Titel: Hellboy II: The Golden Army

Originaltitel: Hellboy II: The Golden Army

Regie: Guillermo del Torro

Darsteller: Ron Perlman, Selma Blair, Doug Jones, Jeffrey Tambor, Seth McFarlane, John Hurt, Luke Goss, Anna Walton, u. a.

Region: Region A, B, C

Bildformat: 1.85 : 1 (anamorph)

Ton/Sprachen: Englisch (DTS HD Master Audio 5.1), Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch (DTS 5.1)

Special Features: Scene Explorer, Audiokommentare, Director’s Notebook, Concept Art Gallery, Making of, Deleted Scenes, Picture in Picture-Feature, BD-Live, u. v. m.

Vor vielen Jahrtausenden hat die mythische Welt gegen die Menschen rebelliert und einen Krieg mit ihnen begonnen. Um der Macht des Gegners Herr zu werden ließt König Balor die Goldene Armee schaffen. Dies sind mechanische Wesen, die durch Zugabe von Magie unzerstörbar und nicht zu besiegen sind. Nachdem die Armee über die Menschen brutal gerichtet hat, sieht Balor seinen Fehler ein. Er schließt Frieden mit den Menschen, lässt die Goldene Armee für alle Zeiten in einem unterirdischen Verließ verschwinden. Doch sein Sohn, Prinz Nuada, teilt nicht die Nachsicht seines Vaters. Er sieht in den Menschen eine Bedrohung für alle mystischen Wesen. Er geht freiwillig ins Exil, um dort seinen nächsten Schritt vorzubereiten: Die Übernahme der Herrschaft über die Goldene Armee. Nach langer Zeit tritt er mit aller Kraft auf den Plan, was Hellboy und seine Kollegen der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen dazu veranlasst sich ihm in den Weg zu stellen. Doch Red ahnt nicht, dass er es mit einem Gegner zu tun hat, der gleichwertig, wenn nicht sogar überlegen ist...

Als im Jahr 2004 mit HELLBOY die erste Verfilmung von Mike Mignolas Comicheld in die Kinos kam, stellte dieser eine kleiner Überraschung dar. Guillermo del Torro bot nicht nur einen Film, der sich eng an die Vorlage hielt, sondern auch eine etwas andere Blickweise, die ihn ein wenig aus dem Einerlei der vielen Comicadaptionen für’s Kino heraushebt. Es gelang ihm die Essenz des Vorlage auf die Leinwand zu transportieren, was sehr selten vorkommt.

HELLBOY war so erfolgreich, dass man über eine Fortsetzung nachdachte. Doch der Niedergang des produzierenden Studios Revolution Pictures verzörgerte lange einen weiteren Film. Dies ging sogar soweit, dass del Toro sich zwischendurch mit dem grandiosen PAN’S LABYRINTH in die erste Liga der Hollywood-Regisseure katapultierte.

HELLBOY 2: THE GOLDEN ARMY setzt die Geschichten um Red und seine Freunde fast nahtlos fort. Dafür konnte man fast alle Darsteller aus dem ersten Teil verpflichten, was auch einer gewissen Kontinuität dient. Allerdings basiert die Geschichte nicht auf einem Comicbook, sondern wurde von dem mexikanischen Regisseur und Mike Mignola eigens entwickelt. Dabei spürt man die Phantasie von del Torro in fast jeder Szene. Dabei wird man teilweise mit sehr schrägen Kreaturen konfrontiert, die aber dennoch ihren eigenen Charme besitzen. Der Regisseur setzt dabei nicht unbedingt nur auf digitale Effekte, sondern lässt auch altmodische Animatronic einsetzen. Es stellt sich dabei heraus, dass solche mechanischen Kreaturen teilweise immer noch realistischer wirken als ihre CGI-Geschwister.

Eben weil viel Herzblut in HELLBOY 2 liegt wirkt der Film ganz anders als andere Verfilmungen dieser Art. Er wird etwas ganz eigenes, das einen ganz großen Reiz für den Zuschauer besitzt. Eine der besten Comicverfilmungen des Jahres 2008.

Die BD von Universal macht eigentlich eine ganz gute Figur, kann aber vom Bild her nicht ganz überzeugen. Vor allem die Schärfe schwankt von sehr gut bis befriedigend. Während Nahaufnahmen einiges zu bieten haben, sind viele der Totalen nicht sehr detailreich. Dies fällt auch bei verschiedenen Effektszenen auf, die von unterschiedlicher Qualität sind. Allerdings wird ein abschließendes Urteil des Bildes dadurch erschwert, da Guillermo del Toro sich auch diverser Stilmittel bedient, um das Bild etwas zu verfremden. Dabei bleibt er allerdings dem Look des ersten Teils treu, der einen ähnlichen Transfer hat.

Der Ton lässt alle Muskeln spielen, die ein Film neusten Datum zu bieten hat. Die Toneffekte sind gut verteilt und wenn es so richtig zur Sache geht bekommt man ein richtig räumliches Audiofeuerwerk geboten. Dabei werden alle Tonkanäle in die Handlung einbezogen. Vor allem der englische Ton hat dabei die Nase vorn. Die deutsche Sprachversion in DTS hat aber auch vieles zu bieten. So macht Heimkino Spaß.

Das Doppel-Set besteht aus einer BD und einer DVD, auf der noch weitere Extras sind. Die DVD ist auch jene, die bei der Doppel-DVD enthalten ist. Dabei zeigen sich, naturgemäß, verschiedene Bildqualitäten, die den Unterschied zwischen BD und DVD deutlich machen.

Die Extras auf der BD sind einfach nur riesig. Neben zwei Audiokommentaren kommt das bei Universal schon fast standardmäßige U-Control zum Einsatz. Hierbei kann man zu diversen Szenen Interviews mit del Torro, einen Blick hinter die Kulissen oder das Notizbuch als Bild-in-Bild-Feature anschauen. Dazu kommt noch ein Blick auf die Conceptart sowie eine Comicwerkstatt, die als BD-Live-Extra angeboten wird.

Die DVD bietet ein traditionelles Making of mit einer Laufzeit von rund zweieinhalb Stunden. Hier besteht die Option die Dokumentation in Stückchen oder als ganzen Film anzuschauen. Hier werden so ziemlich alle interessanten Informationen zum Film geboten. Weiter geht es mit zahlreichen Bildergallerien und einem kleinen Comic. Abgeschlossen werden die Special Features mit sechs Deleted Scenes, die man wahlweise mit einem Audiokommentar anschauen kann.

HELLBOY 2: THE GOLDEN ARMY ist nicht nur eine würdige Fortsetzung seines Vorgängers, sondern übertrifft ihn auch bei weitem. Guillermo del Torro beweist einmal mehr, welchen Reichtum an Phantasie er besitzt. Dies lässt schon erahnen, wie sein nächstes Projekt, THE HOBBIT, werden könnte. In einem Kinojahr, in dem mit THE DARK KNIGHT und IRON MAN schwergewichtige Comicverfilmungen auf die Leinwand gekommen sind, macht HELLBOY 2 eine sehr gute Figur, da er sich deutlich von den anderen beiden Helden unterscheidet. Dabei ist es sehr wohltuend, dass man etwas weniger auf computeranimierte Effekte gesetzt hat, sondern mehr auf alte Traditionen. Dies macht den Streifen zu einer erfrischenden Ausnahme und einem richtigen Highlight des Genres.

 

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