Titel: Inglourious Basterds

Originaltitel: Inglourious Basterds

Regie: Quentin Tarantino

Darsteller: Brad Pitt, Christoph Waltz, Michael Fassbender, Eli Roth, Diana Kruger, Daniel Brühl, Til Schweiger, Mélanie Laurent

Region: Region B

Bildformat: 2.35: 1 (anamorph)

Ton/Sprachen: Englisch (DTS 5.1 HD), Deutsch (DTS 5.1)

Special Features: Erweiterte und alternative Szenen, Diskussion mit Quentin Tarantino, Brad Pitt und Elvis Mitchell, Kompletter Film “Stolz der Nation” mit Making of, Interviews mit Rod Taylor, u. v. m.

Irgendwo in dem von den Nazis besetzten Frankreich: Shosanna Dreyfuss entkommt nur knapp den Klauen des „Judenjägers“ Landa. Sie muss hilflos mit ansehen wie ihre Familie hingerichtet wird und flieht nach Paris, wo sie als Kinobesitzern eine neue Existenz beginnt.

An anderer Stelle wirbt Lieutenant Aldo Rayne für seine Truppe „Inglourious Basterds“ neue Mitglieder an. Mit ihnen versetzt er die Truppen Hitlers in Frankreich in Angst und Schrecken; sogar Hitler selbst weiß sich keinen Rat mehr. Rayne und seine Leute machen gnadenlos Jagd auf die Nazis, wobei sie die Skalps ihrer Opfer als Trophäe behalten. Überlebende werden mit einem Hakenkreuz gezeichnet, um sie nach dem Krieg vom Rest der Bevölkerung unterscheiden zu können.

Die Lage spitzt sich zu als bekannt wird, dass ein Propagandafilm in Paris seine Weltpremiere haben wird. Mehr durch Zufall wird Shosannas Kino dafür ausgewählt, die daraufhin einen Racheplan schmiedet. Durch die Schauspielerin Bridget von Hammersmark erfahren die Alliierten, dass bei der Premiere auch Hitler persönlich anwesend sein wird. Dies klingt ganz nach einem Job für die „Basterds“…

Eine Geschichtsstunde ist Quentin Tarantinos Remake des Films von Enzo Castellari mit Sicherheit nicht. Dafür fabuliert er eine schön abstruse Handlung, die er mit interessanten Wendungen und ausgefeilten, teilweise schrägen Charakteren aufwartet. Man bemerkt wie viel Zeit der Regisseur in die Entwicklung des Drehbuchs gesteckt hat, was sehr ausgefeilte Dialoge beweisen. Auch was das deutsche Kino betrifft hat der Autor seine Hausgaben gemacht. Genüsslich zitiert er zahlreiche deutsche Regisseure wie G. W. Pabst oder Rainer Werner Fassbinder. Wie schon in seinen Vorgängerfilmen hat Tarantino seine Geschichte in verschiedene Kapitel unterteilt und lässt sich sehr viel Zeit für die Erzählung. Dadurch fallen die ganzen eingebauten Details noch mehr auf. Alles zusammen ergibt eine für den Regisseur typische Melange.

Auch für BASTERDS konnte eine illustre Riege von Darstellern gewonnen werden. Neben bekannten Namen wie Brad Pitt fallen vor allem die deutschsprachigen Schauspieler angenehm auf. Das absolute Highlight ist jedoch Christoph Waltz als Oberst Landa. Er spielt seinen Charakter mit einer beamtenmäßigen Kälte, die einem einer kalten Schauder über den Rücken laufen lässt. Er wirkt dabei beängstigend Normal, obwohl Landa nichts anderes als ein eiskalter Psychopath ist. In seiner Arbeit ist Waltz so gut, dass selbst Brad Pitt stellenweise recht blass wirkt.

Interessant ist auch die Musikauswahl, die Tarantino für seinen Film getroffen hat. Eigentlich sollte Ennio Morricone den Originalsoundtrack machen, aber dies war aus terminlichen Gründen nicht möglich. So wurde eine Zusammenstellung geschaffen, bei der auch Morricone mit Titeln aus anderen Filmen vertreten ist, aber auch so für die Zeit untypische Musik von David Bowie (wobei es dabei auch um Filmmusik handelt).

Die vorliegende Blu-ray-Version wurde von Universal Pictures extra für den deutschen Markt geschaffen. Im Gegensatz zur internationalen Version ist diese rund eine Minute länger. Die technische Umsetzung ist, wie man es von Universal eigentlich gewohnt ist, sehr gut. Bei BASTERDS handelt es sich um einen Film neusten Datums. Bildtechnisch bekommt man einen sehr guten Kontrast und ein sehr warme Farben geboten. Auffallend ist ein leichter Rotstich, der diesen Eindruck noch unterstreicht. Die Schärfe lässt viele Details der Kostüme und Darsteller deutlich erkennen.

INGLOURIOUS BASTERDS lebt von seinen Dialogen. Doch wenn es mal zur Action kommt, dann zeigen beide Tonspuren was sie können. Leider liegt die deutsche Tonspur nur in DTS 5.1 vor, während die Originalspur mit DTS-HD beeindruckt. Allerdings wurden in der deutschen Version nur die englischen Passagen synchronisiert. Man kann also auch getrost zur originalen Spur greifen, da man auch hier optional Untertitel einschalten kann und weite Passagen in Deutsch sind.

Wer bei den Extras ein Making of oder einen Audiokommentar erwartet wird etwas enttäuscht werden. Diese Sektion der BD fällt etwas mager aus. Sicher, die Diskussion mit Elvis Mitchell, Brad Pitt und Quentin Tarantino hat einigen Informationsgehalt, ist aber nicht ganz befriedigend. Witzig ist die komplette Version des Films STOLZ DER NATION, der in BASTERDS eine große Rolle spielt. Ebenfalls mit einem Augenzwinkern kann man das Making of dieses Kurzfilms sehen. Hinzu kommen noch Specials zum Auftritt von Rod Taylor, ein Blick auf das Original aus dem Jahr 1978, einige Gags rund um die Dreharbeiten, eine Tour der verschiedenen Filmplakate im Film sowie mehrere Trailer.

Auch wenn der Film zu beeindrucken weiß, die Extras sind nicht so besonders geraten. Allerdings bekommt man einen der interessantesten und originellsten Filme der letzten Jahre geboten. Dieser ist gespickt mit sehr schwarzem Humor und ist wunderbar fotografiert. Richtiges Kultkino eben.

 

Copyright by Universal Pictures