Titel: Mamma Mia! - Der Film
Originaltitel: Mamma Mia!: The Movie
Regie: Phyllida Lloyd
Darsteller: Meryl Streep, Pierce Brosnan, Colin Firth, Stellan Skarsgård, Julie Walters, Dominic Cooper, Amanda Seyfried, Christine Baranski, u. v. m.
Region: Region A, B, C
Bildformat: 2.40 : 1 (anamorph)
Ton/Sprachen: Englisch (DTS HD Master Audio 5.1), Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch (DTS 5.1)
Special Features: Unveröffentlichte Musicalnummer, Making of, Anatomie einer Musicalnummer, Wie man Sänger wird, Ein Einblick in Mamma Mia!, Deleted Scenes, Audiokommentar, Blooper, Musikvideo, u. v. m.
Sophie hat nur einen Wunsch: Ihr Vater soll sie bei ihrer Hochzeit zum Altar führen. Doch ihren Vater kennt sie nicht. Auch das Tagebuch ihrer Mutter gibt da nur mangelhafte Auskünfte, denn es gibt drei mögliche Kandidaten, die in dem mögliche Zeitraum mit ihr zusammen waren. Sophie entschließt sich die drei Männer einzuladen, ahnt aber dabei nicht, welche Verwicklungen sie damit heraufbeschwört...
Nachdem MAMMA MIA! an den verschiedenen Musicalbühnen der Welt einen Erfolg nach dem anderen feierte, war es nur eine Frage der Zeit bis auch die Filmwelt auf darauf aufmerksam werden sollte. Björn Ulvaeus und Benny Andersson, nicht nur die beiden “B”s hinter Abba, sondern auch die kreativen Köpfe der Band, waren in der Position genau abzuwägen, wer das Musical auf die Leinwand bringen würde. Zwar wird der Film von Universal vertrieben, doch es war eine Gruppe von unabhängigen Produzenten, u. a. auch die Firma von Tom Hanks und Rita Wilson, die den Zuschlag bekommen haben. Allerdings unter der Aufsicht von Björn und Benny, die auch die Musikaufnahmen mit den Darstellern gemacht haben. Bei der Darstellerauswahl wurde wert darauf gelegt, dass Schauspieler und nicht Sänger besetzt wurden. Sangliches Talent sollte auch vorhanden sein, aber war, wie der Fall Pierce Brosnan beweist, kein unbedingter Zwang. Ein großer Wurf ist mit der Besetzung von Meryl Streep gelungen, deren Gesang sehr überzeugend ist. Kein Wunder, denn die Oscarpreisträgerin hatte sich schon mal Hoffnungen auf eine Rolle in einer Musicalverfilmung gemacht. Doch Andrew Lloyd Webber zog für EVITA Madonna vor. Streep zeigt hier nicht nur ihr schauspielerisches sondern auch gesangliches Können. Das bemerkt man auch beim Rest der Darsteller, die sehr gut gelaunt an MAMMA MIA! herangehen. Dies schlägt sich auch auf die Grundstimmung des ganzen Films nieder. Er will nur unterhalten und diese Vorraussetzung erfüllt er wirklich meisterhaft. Ein richtiger Gute-Laune-Film für trübe Tage.
Die Gute-Laune-Atmosphäre schlägt sich auch auf das Bild nieder. Es beeindruckt mit einer sehr klaren Schärfe und satten Farben. Mit auffallenden digitalen Stilmitteln hielt man sich etwas zurück, um einen realistischen Look zu garantieren. Dabei zeigt das Bild alles Stärken einer nahezu perfekten Präsentation. Auch Kontrast und Schwarzwert bewegen sich auf einem sehr hohen Niveau.
Das bei MAMMA MIA! die Musik im Vordergrund steht bekommt man schon beim Universal-Standardmenü zu spüren. Die englische Tonspur liegt in DTS Master Audio vor. Sie hat zwar eine etwas frontlastige Dynamik, wirkt aber dennoch über weiten Strecken sehr räumlich. Dies zeigt sich eindrucksvoll in den großen Tanzszenen, wie beispielsweise bei dem Stück Dancing Queen. Die anderen Tonspuren, inklusive der deutschen, liegen in DTS 5.1 vor, besitzen aber auch noch einen gewissen Druck, kommen aber nicht an die englische Spur heran. Dennoch ein sehr beeindruckendes Ergebnis.
An Special Features wurde nicht gegeizt. Man bekommt anhand von Dokumentationen wir die Entstehung des Films sowie die Einspielung der Musik durch die beiden Komponisten beleuchtet. Dazu gibt es noch Blooper, Deleted Scenes und die “Anatomie einer Musicalnummer”. Interessant ist auch der herausgeschnittene Song The Name of the Game, der in der gleichen Qualität wie der Film vorliegt. Hinzu kommen noch ein Audiokommentar der Regisseurin, ein Musikvideo des Songs Gimme! Gimme! Gimme! sowie ein Blick auf das ursprüngliche Bühnenmusical.
MAMMA MIA! wurde zwar auch mit amerikanischem Geld finanziert, ist aber glücklicherweise amerikanisiert worden. Der Film bewegt sich eng am Bühnenstück, beeindruckt mit einer grandiosen Kulisse und spielfreudigen Stars. Es hat sich als Glücksfall erwiesen, dass man mit Regisseurin Phyllida Lloyd jemand gefunden, der schon an der Bühnenversion beteiligt war. Keine Sekunde wirkt sie überfordert, sondern liefert eine sehr bemerkenswerte Arbeit ab, die die Leichtigkeit des Films noch weiter unterstützt.
Interessant ist MAMMA MIA! nicht nur für Abba-Fans, da er von der technischen Seite eine starke Performance bietet. Der Film selbst ist von einer sommerlichen Leichtigkeit, die so manche trübe Stunde erhellen kann.
