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Titel: Tron

Originaltitel: Tron

Regie: Steven Lisberger

Darsteller: Jeff Bridges, Bruce Boxleitner, David Warner, Cindy Morgan, u. a.

Region: Region A, B, C

Bildformat: 2.20 : 1 (anamorph)

Ton/Sprachen: Englisch (DTS-HD 5.1), Deutsch, Italienisch, Französisch, Spanisch (DTS 5.1)

Special Features: Audiokommentar, Das TRON-Phänomen, Photo-Tronologie, Making Of, Deleted Scenes, Making of-Featurettes zu Design, Storyboard und Musik, u. v. m.

Kevin Flynn, ehemals ein aufstrebender Programmierer bei der Computerfirma ENCOM, hat ein Problem: John Dillinger, zurzeit Chef der Firma, hat ein ganzes Bündel von Spielen von ihm gestohlen, um die Karriereleiter hochzufallen. Das Problem ist allerdings dies Dillinger zu beweisen. So hackt sich Flynn in das System von ENCOM ein, wird aber von dem mächtigen Master Control Program, ein Projekt Dillingers, daran gehindert. Gleichzeitig versucht Alan Bradley sein Programm Tron lauffähig zu machen. Doch Flynns Einbruchsversuche veranlassen das MCP alle Zugänge zu speichern. Gleichzeit will das Programm auch verhindern, dass ein unabhängiges Programm seine Machenschaften kontrolliert, was aber nicht offiziell bekannt werden soll. Alan erzählt seiner Freundin Lora, die in der Laserabteilung von ENCOM arbeitet, von seinem Problem. Sie bringt ihn mit Flynn zusammen, der überrascht auf die Sicherheitsreaktion reagiert. Nach seiner Annahme müsste er das System knacken, wenn er von einem Terminal im Innern der Firma Zugriff darauf hat. Die drei dringen in die Firma ein und während Alan sich an seinen Arbeitsplatz begibt, nutzt Kevin von Loras Terminal, um nach Beweisen zu suchen. Doch er hat die Rechnung ohne das MCP gemacht, das ihn mit einer bisher nur kurz getesteten Technologie auf den Spieleraster des Systems holt. Für Kevin Flynn beginnt nicht nur ein ganz neues Abenteuer, sondern auch ein Kampf um Leben und Tod…

Was den Science Fiction Film betrifft war das Jahr 1982 eines der besten überhaupt. Zurückblickend kamen in einem Jahr selten so viele Filme heraus, die sich im Laufe der Zeit zu Kultklassikern entpuppen sollten. E. T. – DER AUSSERIRDISCHE, STAR TREK II: DER ZORN DES KHAN und BLADE RUNNER sind hierbei nur drei Beispiele. Zu diesem Zeitpunkt lockten spannende SF-Geschichten zahlreiche Zuschauer in die Kinos. Kein Wunder, denn die großen Studios rannten immer noch dem Erfolg der STAR WARS-Filme nach, von denen zu dieser Zeit bereits zwei Stück gab.

Walt Disney Pictures wollte Ende der 70er Jahre mit DAS SCHWARZE LOCH ebenfalls auf diesen Zug aufspringen, doch das starbesetzte Effektspektakel floppte an der Kinokasse, entwickelte sich aber im Laufe der Zeit ebenfalls zu einem Kultfilm. Mit TRON wollte man einen zweiten Versuch wagen. Doch diesmal ging es in Welt der Computer, die Anfang der 1980er Jahre, aus heutiger Sicht, in den Kinderschuhen steckte. Einen Film mit Computeranimation zu bestreiten war zu diesem Zeitpunkt Science Fiction. Dennoch machte sich die Gruppe um Regisseur Steven Lisberger daran, Filmgeschichte zu schreiben. Auch wenn es zuerst gar nicht danach aussah.

Vor allem die innovative Computeranimation stellte ein fast unlösbares Problem dar. Anders als heute konnten die Macher nicht auf eine fertige Software zurückgreifen, denn eine solche gab es schlicht und ergreifend nicht. Pixelpositionen wurden von Hand errechnet und die Endergebnisse konnte man sich erst dann anschauen, wenn das belichtete Filmmaterial aus dem Kopierwerk zurückkam. Hinzu kam noch die Tatsache, dass die damaligen Studiobosse mit dem fertigen Produkt nichts anfangen konnten. So entwickelte sich TRON zu einer der größten finanziellen Katastrophen des Studios an der Kinokasse.

Dennoch kann TRON heute als wegweisender Film gesehen werden, denn hier wurden zum ersten Mal Computeranimationen als dramaturgisches Mittel eingesetzt. Gleichzeitig läutete er ein neues Zeitalter ein, mit sich das Filmgeschäft grundlegend ändern würde. Regisseure wie John Lassetter wurden durch TRON zu Streifen wie TOY STORY oder CARS inspiriert. Bei George Lucas Trickschmiede ILM setzte man ebenfalls auf die neue Möglichkeit und brachte 1986 eine der ersten 3D-animierten Figuren in dem Streifen DAS GEHEIMNIS DES VERBORGENEN TEMPELS unter. Gleichzeitig entwickelte sich TRON zu einem Kultfilm mit einer großen Fanbasis, wie beispielsweise Ridley Scotts BLADE RUNNER aus dem gleichen Jahr, dessen Schicksal ähnlich war. Beide Filme waren ihrer Zeit weit voraus.

Die Story von TRON ist recht einfach gestrickt, lebt aber vor allem von der Spielfreude seiner Hauptdarsteller. Jeff Bridges stand noch relativ am Anfang seiner Karriere, Bruce Boxleitner war noch Lichtjahre von BABYLON 5 entfernt. Aber auch die ganze Atmosphäre des Films ließ das Herz der Fans höher schlagen. Hier wurde ein komplett neues visuelles Erlebnis geboten. Eine Welt wie man sie vorher noch nicht gesehen hatte.

Für viele war der Film schon bei seinem Start ein Kultfilm, doch erst in den 90er Jahren wurde er „massentauglich“. Als 2002 die Doppel-DVD zum zwanzigjährigen Jubiläum erschien, wurde bereits von einer Fortsetzung gesprochen. Diese wurde später in Form eines Computerspiels veröffentlicht. Dennoch war das Projekt TRON 2.0 nicht tot. Doch wieder war man sich bei Disney nicht sicher, ob sich ein Neuaufguss oder gar eine Fortsetzung rechnen würde. Man entschied sich eine Probesequenz zu drehen, die auf dem San Diego Comic Con 2008 aufführte. Die dortigen Reaktionen ermutigten das Studio TRON: LEGACY zu machen, der 2010 in die Kinos kam.

Die Restauration von TRON für das HD-Format gehört zu einem unter BD-Fans heißdiskutierten Themen des Jahres 2011. Regisseur Steven Lisberger wurde von Disney die Gelegenheit gegeben technische Mängel des Films, die in HD auffallen, zu bearbeiten. Er nahm dabei einige kleinere Veränderungen vor, die aber insgesamt den Genuss des Films nicht schmälern. Hauptsächlich bezog sich die Bearbeitung auf das periodisch auftretende Flackern der realen Filmelemente sowie Kratzer und sonstiger Macken, die dem Master im Laufe der Zeit zugesetzt haben

Tatsächlich hat TRON noch nie so gut ausgesehen wie nach der neuen Restauration. Die neonartigen Farben in der Computerwelt sind kräftig und das Schwarz darin scheint bodenlos zu sein. Die Realszenen überzeugen durch einen sehr guten Kontrast. Auffallend ist die nahezu perfekte Schärfe, die viele kleine Details erkennen lässt. Darunter fällt auch die relative Einfachheit der Computeranimationen. Aber man sollte sich vor Augen halten, dass es sich hier um den ersten Film seiner Art halt und er rund dreißig Jahre auf dem Buckel hat.

Der englische Ton liegt in DTS-HD 5.1 vor. Allerdings sollte man nun keinen Klangteppich wie bei TRON LEGACY erwarten. Aber der Sound wurde entsprechend seiner Zeit aufbereitet. Die Dialoge sind klar im Center platziert. Die Effekte selbst sind etwas frontlastig, aber sind stellenweise auch etwas bidirektional. Sehr räumlich ist der geniale Soundtrack von Wendy Carlos (UHRWERK ORANGE, SHINING) abgemischt. Insgesamt überzeugend.

Da die 20th Anniversary Edition auf DVD mit ihren Specials schon alle Aspekte der Entstehung von TRON abgedeckt hat, wurden diese komplett für die Blu-ray übernommen. So findet man nicht nur einen sehr guten Audiokommentar auf der Scheibe, sondern auch jede Menge Featurettes und ein sehr gutes Making of, dem nur wenig hinzuzufügen ist. Hinzu kommen noch einige Deleted Scenes, von denen einige sogar noch bearbeitet wurden.

Nur zwei neue Specials befinden sich noch mit auf der BD. In dem ersten wird das Phänomen TRON näher betrachtet, wobei hier fast nur Beteiligte von TRON LEGACY zu Wort kommen. Das zweite Special Feature führt Steven Lisberger und seinen Sohn in die Archive der Disney Studios, wo sich alte Fotos der Produktion anschauen. Dabei nutzt Lisbergers Sohn die Gelegenheit um seinen Vater ausführlich dazu zu befragen, was sehr interessant ist.

Auch wenn die Story von TRON oft etwas zäh aus heutiger Sicht ist, hat Disney einen seiner größten Flops in einer sehr adäquaten Form für das HD-Zeitalter aufbereitet. Kein Wunder, denn er ist mittlerweile einer großen Klassiker der Filmgeschichte geworden, der viele Filmschaffende dazu bewegt hat auf die Computeranimation zu setzen. Ein Fakt, das heute aus fast keinem Film mehr wegzudenken ist. Die Blu-ray von TRON ist auf jeden Fall eine Bereicherung für jede Sammlung und nicht nur was für beinharte Fans. Sehr empfehlenswert.

Eine ausführliche Rezension zur 20th Anniversary Special Edition von TRON auf DVD findet man hier.