Titel: Das Gewand
Originaltitel: The Robe
Regie: Henry Koster
Darsteller: Richard Burton, Jean Simmons, Victor Mature, Michael Rennie, Jay Robinson, Dean Jagger, Torin Thatcher, u.a.
Region: Region 2
Bildformat: 2.55 : 1 (anamorph)
Ton/Sprachen: Englisch (DD 4.0), Deutsch, Spanisch (Mono)
Special Features: Trailer

In den 50er Jahren kam Hollywood in ernste Schwierigkeiten. Die Konkurrenz durch das neue Medium Fernsehen wurde immer schärfer. Viele Menschen sahen nicht ein ins Kino zu gehen, wenn man bequem Zuhause vor der Flimmerkiste sitzen konnte. Schon lange experimentierten die großen Filmgesellschaften mit verschiedenen neuen Bild- und Tonsystemen, doch der absolute Durchbruch sollte von 20th Century Fox kommen. Dort setzte man auf das Cinemascope-Verfahren. Um den gewünschten Breitwandeffekt zu bekommen, wird der Film mit einem Spezialobjektiv aufgenommen, das das Bild in der horizontalen auf das Verhältnis 2:1 auf 35mm-Filmmaterial verkleinert. Bei der späteren Projektion wird das Bild mit einer speziellen Linse entzerrt, die sich vor dem Projektor befindet. Das Bild wird dabei im Format 2.35:1 auf die Leinwand geworfen. Um einen weiteren Effekt für die Zuschauer zu erreichen, führte man auch den Stereoton ein. Beides zusammen sollte dem Film eine neue Dimension verleihen, was Streifen wie BEN-HUR oder LAWRENCE OF ARABIA beweisen.
DAS GEWAND nimmt dabei eine ganz besondere Stellung ein. Der Monumentalfilm ist zwar der zweite Film, der in Cinemascope gedreht wurde, doch er wurde vor WIE ANGELT MAN SICH EINEN MILLIONÄR ins Kino kam. Die Geschichte um den römischen Tribun Marcellus, der sich auf der Suche nach seinem Glauben befindet, ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Aber der Aufwand mit dem Film der produziert wurde ist schon beachtlich. Aber DAS GEWAND weist auch viele Parallelen zu anderen Filmen, die technische Neuerungen brachten, auf. Zwar ist er visuell gewaltig, aber das Drehbuch weist eindeutig einige Schwächen und jede Menge historische Fehler auf. Richard Burton spielt den Marcellus oft ein wenig zu abwesend, was der Figur eine gewissen Blässe verleiht. Sehr interessant allerdings ist der sehr gute Soundtrack von Alfred Newman. Immerhin musste er einen großen Teil des Stereotons tragen.
Der filmhistorischen Bedeutung des Films wird die DVD-Umsetzung keine Sekunde gerecht. Obwohl man eine längere Fassung auf der Scheibe findet, ist es vor allem das Bild, das einige Fragen aufwirft. Okay, der Film stammt aus Jahr 1953, aber wenn man sich Filme ähnlichen Alters anschaut, die aufwendig restauriert wurden, dann bemerkt man erhebliche Unterschiede. Das Bild wirkt unruhig und die Schärfe lässt etwas zu wünschen übrig. Teilweise sind auch Schäden am Master festzustellen, was darauf schließen lässt, dass eine Restauration eigentlich nicht richtig stattgefunden hat. Die Farben sind variieren ebenso wie das Bild. Obwohl der Bild mit 2.55:1 schon recht breit ist, bemerkt man, dass immer noch was von ihm fehlt. Kein Wunder, denn in den Zeiten vor Erfindung des Lichttons musste man mit Magnettonspuren arbeiten, was das Bild auf 2.66:1 brachte. Alles ist das Bild der DVD nicht sehr befriedigend. Auch vom Ton sollte man keine Wunder erwarten. Der Sound ist in der englischen Fassung frontlastig, aber doch schon in Stereo. Auch das Hybridstereo der anderen Tonspuren ist recht nett, aber doch nicht der Bringer. Auch großartige Extras sucht man vergeblich. Auer einem Trailer zu einer Wiederaufführung findet man auf der DVD nichts.
Wie schon gesagt handelt es sich bei dieser Version um eine etwas längere Fassung, wie sie bei uns noch nicht zu sehen war. Die DVD hat User-Prohibitions, weil in der deutschen und spanischen Sprachfassung für die neuen Szenen fest eingeblendete Untertitel zu sehen sind. Wenn man sich die englische Fassung anschaut, dann tauchen sie allerdings nicht auf.
Als Fazit kann man sagen, dass Fox sich wirklich sehr traurig gegenüber einen ihrer größten Kassenerfolge verhalten hat. Kein Vergleich mit Klassikern wie CLEOPATRA. Schade, denn gerade bei diesem Film wäre eine bessere Umsetzung und etwas Hintergrundmaterial nicht schlecht gewesen.