
Titel: Der Herr der sieben Meere
Originaltitel: The Sea Hawk
Regie: Michael Curtiz
Darsteller: Errol Flynn, Brenda Marshall, Claude Rains, Donald Crisp, Flora Robson, Alan Hale, Henry Daniell, Una O’Connor, u. a.
Region: Region 2
Bildformat: 1.33 : 1 (Vollbild)
Ton/Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch (Mono)
Special Features: Making of, Kurzfilme, Trailer, u.a.
Die so genannten Seefalken machen den Spaniern das Leben schwer. Diese rüsten sich im Verborgenen zu einem Krieg mit England, um sich die Vorherrschaft auf See zu sichern. Vor allem Captain Geoffrey Thorpe ist einer derjenigen, der den Spaniern am meisten schadet. Mit seinen brillanten Manövern stellt er fast jedes Schiff, um einen Teil seiner Beute der englischen Krone zur Verfügung zu stellen. Eines Tages fasst er einen kühnen Plan: Er will eine Goldkarawane in Panama überfallen, um den Goldfluss der Spanier für einige Zeit zum versiegen zu bringen. Doch er ahnt nicht, dass bereits Spione seinen Plan erfahren haben und er in Panama erwartet wird...
Bei diesem Film setzte Warner Brothers ein bewährtes Rezept, das schon mit ROBIN HOOD - KÖNIG DER VAGABUNDEN oder UNTER PIRATENFLAGGE aufgegangen war: Errol Flynn als Draufgänger mit Herz unter der Regie von Michael Curtiz. Doch diesmal sollte es ein wenig anders kommen, denn Flynn war sich seiner Position als Star mittlerweile bewusst und hatte einige große Erfolge für das Studio vorzuweisen. Tatsächlich stellte THE SEA HAWK für einige Zeit Flynns letzten Ausflug ins Mantel und Degen-Genre dar. Ursprünglich wollte Warner Brothers einen Film drehen, der auf der gleichnamigen Novelle von Rafael Sabatini werden, die schon 1924 verfilmt worden war. Doch ein anderer Stoff gefiel Jack Warner besser, so dass nur noch der Titel beibehalten wurde. Als Drehbuchschreiber wurde Howard Koch verpflichtet, der mit seiner Arbeit mehr als nur einen der üblichen Piratenfilme ablieferte. Hört man genau den Dialogen zu und verfolgt die Handlung aufmerksam, so bemerkt man, dass Koch sich in seinem Buch durchaus auf zeitgeschichtliche Ereignisse bezog. Vor allem die flammende Rede von Königin Elizabeth I. am Ende des Films zeigt dies. Im historischen Gewand verkleidet steckt ein Film, der sich sehr stark auf die Ereignisse des 2. Weltkriegs bezieht. Die Beziehung zwischen Philip II. von Spanien und Elizabeth I. von England kann durchaus in Vergleich zu der von Hitler und Churchill gesetzt werden. Ein Spagat, der auch heute noch zu beeindrucken weiß.
Auch wenn ein gutes Drehbuch vorlag, so setzte man auch sonst auf bewährte Mittel, um den Film zu einem Erfolg werden zu lassen. Flynn zur Seite stand Alan Hale, der in etlichen Swashbucklern und Westen an der Seite des gebürtigen Australiers war. Hinzu kam die geniale Musik von Erich Wolfgang Korngold, der mit THE SEA HAWK eines seiner Meisterstücke komponierte. Korngold schuf damit ein großes Vorbild innerhalb der Filmmusik, an denen sich auch heutige Komponisten, wie beispielsweise John Williams, orientierten. All diese Faktoren machen DER HERR DER SIEBEN MEERE zu einem der legendärsten Filme Hollywoods, der heute immer noch gerne zitiert wird; und das nicht nur in ähnlichen Filmen.
Mit der DVD-Veröffentlichung setzt Warner Home Video sein Klassiker-Konzept konsequent durch, auch wenn die letztendliche Realisation der deutschen Version etwas seltsam ist. Einige der Features sind leider nicht über das Menü anwählbar, obwohl sie auf dem Cover vermerkt sind. Zwar befinden sich Teile des A Warner Night At The Movies-Features auf der Disc, aber man kann sie nicht zusammen abspielen. Auch einige der Kurzfilme fehlen völlig.
Der Film selbst befindet sich in einer sehr akzeptablen Form auf dem Silberling. Man merkt, dass man sich bei der Restaurierung einiges an Arbeit geleistet hat, aber einigen Sequenzen sieht man das Alter sehr deutlich an. Dennoch ist die Vorlage besser als beispielsweise die TV-Vorlage, da der Film ungekürzt vorliegt. Die dazu gekommen Szenen wurden nicht deutsch synchronisiert, sondern untertitelt. Ebenfalls interessant ist es zu sehen, dass die Panama-Sequenzen in einer anderen Sepia-Färbung vorliegen als der Rest des Films. Schärfe und Kontrast des Bildes liegen auf einen guten Niveau, ein Bildrauschen ist kaum zu bemerken. Auch der Schwarzwert kann zufriedenstellen.
Der Ton liegt in allen Tonspuren in Mono vor. Vor allem der deutschen Version ist ihr Alter deutlich anzumerken, da sie etwas kratzig und hell klingt. Die Originaltonspur wirkt etwas frischer, ist aber auch dem Alter angemessen.
Wie gesagt, wurde bei den Specials etwas geschlampt. Allerdings findet man letztendlich dann doch noch einen Kurzfilm, einen Trailer und eine Dokumentation auf der Scheibe. Letztere ist sehr interessant gemacht, aber insgesamt etwas zu kurz geraten.
Die DVD-Veröffentlichung von DER HERR DER SIEBEN MEERE wäre eine sehr gelungene, wären nicht die Fehler, die von Warner Home Video bei der Zusammenstellung gemacht wurden. Der Film selbst hat auch fast siebzig Jahre nach seiner Entstehung nichts von seinem Reiz verloren. Ein zeitloses Meisterwerk.