Titel: Der Rebell
Originaltitel: The Flame and the Arrow
Regie: Jaques Tourneur
Darsteller: Burt Lancaster, Virginia Mayo, Robert Douglas, Aline McMahon, Nick Cravat, Frank Allenby, Lynn Bagget, u. a.
Region: Region 2
Bildformat: 1.33 : 1 (Vollbild)
Ton/Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch (Mono)
Special Features: Trailer, Kurzfilm, Cartoon
Im 12. Jahrhundert liegt die Lombardei unter dem Joch des deutschen Adligen Ulrich, der Falke. Doch seine Stimmung wird von einer Gruppe von Rebellen getrübt, die sich im unwegsamen Gebirge gesammelt haben, um den “Falken” das Leben schwer zu machen. Führer der Rebellen ist Dardo Bartoli, dessen Frau ihn zugunsten des Okkupanten verlassen hat. Als der Falke eines Tages Dardos Sohn in sein Schloss mitnimmt, spitzt sich die Lage zu. Der Widerstand, der bisher im Verborgenen stattgefunden hat, bricht offen aus. Zwischen die Fronten kommt dabei die Nichte von Ulrich, die von den Rebellen entführt wird und sich in Dardo verliebt. Doch die Liebe von Dardo muss erst von ihr gewonnen werden...
Historische Actionfilme hatten in den 50er Jahren schon lange Tradition bei Warner Brothers. Kein Wunder, denn Stars wie Errol Flynn waren mit solchen Streifen bekannt geworden. Doch als dieser sich für andere Stoffe entschied, brauchte man etwas wie einen Nachfolger, der in Fußstapfen treten konnte. Mit dem früheren Artisten Burt Lancaster schien man den idealen Mann gefunden zu haben. Er zeigte nicht nur körperliches Talent, sondern auch eine physische Kondition, die bisher einmalig war. Zusammen mit seinem Partner Nick Cravat führte er einen großen der Teil spektakulären Stunts selbst aus, wobei die Regie Jaques Tourneurs für die nötige Tiefe der Story sorgte. Interessant ist dabei der Aufwand des Films, auch wenn die Kulissen teilweise stark an DIE ABENTEUER DES ROBIN HOOD erinnern. Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache, dass das actionreiche Drehbuch von Autor Waldo Salt stammt. Salt war einer jener Autoren, die in der McCarthy-Ära auf die “Schwarze Liste” gesetzt wurden, weil sie angeblich an “kommunistischen Umtrieben” beteiligt waren. Aus diesem Grund wurden sie mit jahrelangem Berufsverbot belegt. Erst in den 60er und 70er Jahren arbeitete Wald wieder offiziell an Drehbüchern mit und zeichnete sich u.a. für MIDNIGHT COWBOY, SERPICO und COMING HOME verantwortlich.
Für die DVD-Auswertung von DER REBELL hat Warner Home Video den Film nicht nur im alten Technicolor-Glanz wieder erstrahlen lassen, es liegt außerdem noch die ungekürzte Fassung vor. Die neuen Szenen liegen im englischen Original mit deutschen Untertiteln vor.
Kräftige Farben dominieren das Bild der DVD, die außerdem noch eine annehmbare Schärfe und einen guten Kontrast bietet. Auch Beschädigungen am Master sind kaum festzustellen, so dass der Film für sein Alter eine gute Figur macht. Allerdings ist eine leichte Bildunruhe zu bemerken, die allerdings zu verschmerzen ist.
Alle Tonspuren liegen in Dolby Digital 1.0 vor. Wie bei vielen älteren Filmen klingt die englische Originalfassung recht gut., während die deutsche Version eher an ein altes Radio erinnert, ist aber immer noch gut verständlich.
Nachdem man die überflüssige Länderabfrage und den Anti-Piraterie-Trailer der deutschen Version hinter sich gebracht hat, findet man ein musikunterlegtes Menü, das mit seltsamen Zeichen ausgestattet ist, die eigentlich für eine Warner-DVD nicht üblich sind. Für eine bessere Erklärung der Zeichen wurde ein Beipackzettel beigelegt. Nachdem man nun weiß, wie man den Film abspielt, findet man auch den Weg zu den Extras. Diese bestehen aus dem Comedy-Kurzfilm, einem mäßig lustigen Cartoon und dem Trailer zum Film.
DER REBELL ist ein direkter Vorläufer des rund zwei Jahre später gedrehten DER ROTE KORSAR, der unter dem gleichen Produktionsteam entstand. THE FLAME AND THE ARROW zeigt das unglaubliche Talent von Lancaster, der seiner Rolle sowohl schauspielerisch als auch physisch mehr als gewachsen ist. Hinzu kommt noch ein routinierter Inszenierungsstil, der ebenfalls einen Teil des Reizes des Films ausmacht. Schade, dass der Film in Deutschland relativ unbekannt ist, aber vielleicht macht ihn genau das zu einem richtigen Geheimtipp für einen nostalgischen Kinoabend.
