Titel: Der rote Korsar

Originaltitel: The Crimson Pirate

Regie: Robert Siodmak

Darsteller: Burt Lancaster, Nick Cravat, Eva Bartok, Torin Hatcher, James Hayter, Leslie Bradley, Christopher Lee, u. a.

Region: Region 2

Bildformat: 1.33 : 1 (Vollbild)

Ton/Sprachen: Deutsch, Englisch, (Mono)

Special Features: Keine

Im späten 18. Jahrhundert ergreift der berüchtigte Pirat Vallo die Gelegenheit und verbündet sich mit den spanischen Kolonialherren. Er will ihnen einen Widerstandskämpfer liefern, der ihnen das Leben schwer macht; natürlich gegen eine opulente Bezahlung. Doch als er die junge Consuelo kennen lernt, überdenkt er seinen Plan noch einmal. Sie ist die Tochter des Gesuchten und Vallo hat sich in sie verliebt. Als Beschützer der Unterdrückten und Befreier schöner Frauen bleibt ihm nur ein Weg: Er muss die Fronten wechseln.

Die Tradition der Piratenfilme zieht sich schon seit der Stummfilmzeit durch die Geschichte Hollywoods. Dass dieses Genre noch lange nicht tot ist, beweist der Erfolg der FLUCH DER KARIBIK-Filme, die das Genre nach langem Dornröschenschlaf wieder als Kassenschlager etablierte. Vor Jack Sparrow versuchten sich so namhafte Darsteller wie Douglas Fairbanks, Tyrone Power und Errol Flynn bereits sehr erfolgreich als Piraten. Letzterer setzte mit seinen beiden Filmen CAPTAIN BLOOD und THE SEA HAWK die Standards nach denen sich auch Gore Verbinski in seinen Filmen orientiert hat. Ein weiteres großes Vorbild ist DER ROTE KORSAR, der 1952 unter der Regie von Robert Siodmak entstand. Der Film mit Burt Lancaster in der Titelrolle ist quasi die Essenz der flynnschen Tradition, die durch die athletische Action Lancasters sogar noch eine weitere Dimension bekommt. Der Star arbeitete vor dem 2. Weltkrieg lange Zeit als Artist im Zirkus, was vielen seiner Filme anzumerken ist. Ebenfalls mit vor der Partie ist Lancasters langjähriger Partner Nick Cravat, der hier den stummen Ojo gibt. Insgesamt bei neun Filmen arbeite das Duo zusammen, zweimal spielte Cravat einen Stummen, weil sein extremer Brooklyn-Akzent für die Rollen abträglich gewesen wäre. Es ist schon bemerkenswert zu sehen, dass der Hauptdarsteller in der Lage ist, die akrobatische Herausforderung der Rolle zu meistern. Kein Wunder, denn Burt Lancaster hat sich, als Produzent des Films, diese Rolle auf den Leib schneidern lassen. Hinzu kommt noch ein witziges Drehbuch, dessen Timing sich perfekt mit den Actionsequenzen ergänzt. Unbestritten ist DER ROTE KORSAR nicht nur ein großer Filmklassiker, sondern auch einer der Prototypen des Piratenfilms, der bis heute nichts von seinem Reiz verloren hat.

Lange hat es gedauert bis THE CRIMSON PIRATE in Deutschland auf DVD erschienen ist. Schon Anfang des Jahres war die Scheibe im Rahmen der mittlerweile als Kundennepp berüchtigten Reihe “Endlich auf DVD” angekündigt worden. Doch nachdem die Reaktionen der Konsumenten auf die Reihe sehr negativ ausfielen, zog Warner Home Video die Notbremse und beendete sie vorzeitig. Kein Wunder, denn die Kunden kamen sich wegen der schlampigen Umsetzung der Filme auf DVD ziemlich verarscht vor. Die Qualität der Titel ließ sehr zu wünschen übrig, wie man beispielsweise an DIE RITTER DER TAFELRUNDE sehen kann. Mittlerweile ist die Reihe wieder aufgenommen und auch DER ROTE KORSAR, mit dem Aufkleber “Nicht digital gemastert”, ist erhältlich.

DER ROTE KORSAR wurde von Warner Home Video als Plain Vanilla-Edition herausgebracht, ähnlich wie die meisten anderen Titel aus dem günstigen Backprogramm des Majors. Die Extras der US-DVD, die aus einigen Texttafeln bestand, fehlen hier völlig.

Die erste Überraschung ist das extrem gute Bild der DVD. Die kräftigen Technicolor-Farben kommen sehr gut herüber und Artefakte oder wesentliche Beschädigungen sind nicht festzustellen. Ebenfalls überzeugen können Helligkeit und Kontrast. Auch die Schärfe überzeugt über weite Strecken, auch wenn ab und an etwas geschwächelt wird. Bei einem Film, der rund 55 Jahre auf dem Buckel hat ist dies allerdings zu verschmerzen. Übrigens liegt das Bild im Originalformat 1:33 : 1 vor, denn THE CRIMSON PIRATE entstand rund ein Jahr vor der Einführung von Cinemascope mit den Filmen DAS GEWAND und WIE ANGLE ICH MIR EINEN MILLIONÄR. Der erste Cinemascope-Film von Warner war übrigens der oben schon erwähnte DIE RITTER DER TAFELRUNDE.

Beim Ton wurde auf ein überflüssiges Upmix verzichtet. Er liegt in beiden Tonspuren in Mono vor, wurde allerdings auf die beiden Frontlautsprecher gelegt. Er klingt zwar oft etwas kratzig oder stellenweise etwas dumpf, aber die Dialoge und die Musik sind klar zu verstehen.

Mit DER ROTE KORSAR ist ein weiterer großer Klassiker aus dem Hause Warner Brothers veröffentlicht worden. Diesmal jedoch hat man anscheinend darauf geachtet, dass man größere Fehler vermeidet, denn das Release weiß zu gefallen. So wird die DVD eine Bereicherung für jede gute DVD-Sammlung.

 

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