
Titel: Die Ritter der Tafelrunde
Originaltitel: The Knights of the Round Table
Regie: Richard Thorpe
Darsteller: Robert Taylor, Mel Ferrer, Ava Gardner, Stanley Baker, Anne Crawford, Felix Aylmer, u.a.
Region: Region 2/Region 0
Bildformat: 2.21 : 1 (Vollbild)/2.55 : 1 (anamorph)
Ton/Sprachen: Deutsch (Mono)/Englisch (Stereo)
Special Features: Wochenschaubericht über die Premiere, Trailer (nur bei Region 0)
1953 ist in der Filmgeschichte ein bedeutendes Jahr. Getrieben von der Konkurrenz des aufkeimenden Fernsehens sehen sich die Hollywoodstudios gezwungen den Menschen eine neue Dimension zu bieten. Die 20th Century Fox bringt mit DAS GEWAND und WIE ANGELT MAN SICH EINEN MILLIONÄR die ersten beiden Spielfilme in einem neuen Breitwandformat in die Kinos. Mit Cinemascope versucht man wieder Leute in die Kinos zu locken. Dazu benutzt man sehr aufwendig produzierte Filme, die überlebensgroß wirken sollen. Natürlich wollte kein Major nachstehen und man begann dort ebenfalls mit der Produktion solcher Streifen. Der erste Cinemascope-Film von MGM war THE KNIGHTS OF THE ROUND TABLE, in dem die Geschichte von König Arthur in Anlehnung an der Vorlage von Thomas Malorys Le Morte d’Arthur, nach dem u.a. John Boormans EXCALIBUR entstand. Im Vordergrund steht die Freundschaft von König Arthur und Lancelot, der Guinevere, der Frau seines besten Freundes, in große Liebe verfällt. Genau dies nutzen Mordred und Morgan Le Fay (sehr intrigant gespielt von Stanley Baker und Anne Crawford) aus, um den König langsam aber sicher in seinen Ruin zu treiben.
Bei der sehr freien Umsetzung der Vorlage setzte MGM auf das Rezept, mit dem man schon vorher Kasse gemacht hatte. Eine Schar von bekannten Stars, groß angelegte. Actionszenen und ein routinierter Regisseur machten aus KNIGHTS einen Kassenerfolg. Richard Thorpe, der schon mit IVANHOE Genreerfahrung sammelte, setzt den Film sehr opulent in Szene, so dass man auch heute noch seinen Spaß daran hat. Robert Taylor und Mel Ferrer spielen legen, nach heutigem Maßstab, etwas zu viel Schmalz in ihre Leinwandbeziehung, wirken aber keine Sekunde lächerlich. Das gleiche gilt auch für Ava Gardner, die der Guinevere etwas zerbrechliches gibt. Obwohl KNIGHTS OF THE ROUND TABLE stellenweise etwas zu oberflächlich wirkt, zeigt er doch wie eine gutgemachte Großproduktion auszusehen hat. In einer Zeit, in der Kinofilme immer mehr zur Ware verkommen und das Mittelmaß Einzug gehalten hat (es gibt Ausnahmen), bekommt man hier perfekte Unterhaltung geboten, die den Vergleich mit heutigen Großproduktionen nicht zu scheuen braucht.
Die DVD-Umsetzung des Films hält für den geneigten Fans einige böse Überraschungen bereit. So findet man nur den deutschen Ton in einer miserablen Qualität auf dem Silberling. Warner Home Video hat die englische Version nicht mit auf die Scheibe gepresst. In genau dem gleichen Rahmen bewegt sich auch die Bildqualität. Das sich ein Major im Jahr 2006 einen Film zu veröffentlichen, der noch nicht einmal anamorph abgestastet wurde, ist schon ein starkes Stück. Wesentlich schlimmer ist es, dass man es außerdem nicht geschafft hat eine Kopie im richtigen Bildformat aufzutreiben. Man merkt sof
ort, dass es an den Seiten beschnitten ist. Das Master selbst wirkt so, als ob man es von der alten VHS-Cassette gezogen hat. Das Bild ist unscharf und total verrauscht. Der Kontrast und die Helligkeit wurden viel zu hoch eingestellt, so dass Einzelheiten oft gar nicht zu sehen sind. Hinzu kommen noch zahlreiche Beschädigungen, die dem Zuschauer so manches kopfschütteln abverlangen. Auch bei einem Kaufpreis um die zehn Euro darf man doch eine gewisse Qualität erwarten.
Wer nun meint, man hätte bei Warner Home Video kein besseres Master zur Verfügung gehabt, der irrt. Ausländische Veröffentlichungen von KNIGHTS OF THE ROUND TABLE beweisen, dass es besser möglich wäre. Als Vergleich wird hier die koreanische Region 0-DVD angeführt, die dem amerikanischen Release weitgehend entspricht. Zwar ist das Bild hier auch nicht ganz perfekt (das verlangt auch niemand bei einem über 50 Jahre alten Film), allerdings wurde hier eine anamorphe Abtastung vorgenommen und das Bild liegt in richtigen Format vor. Als Ausgangsmaterial für den Ton würde die alte Stereospur genommen, die noch überraschend gut für einen so alten Film klingt. Insgesamt bietet die Region 0-DVD eine wesentlich bessere Umsetzung als ihr deutsches Pendant. Um dem geneigten Cineasten eine Vergleichsmöglichkeit zu geben kann man hier die Bilder der beiden Veröffentlichungen miteinander vergleichen:






Deutsches DVD-Release
Region 0 Release
Deutsches DVD-Release
Region 0 Release
Region 0 Release
Deutsches DVD-Release
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