Copyright by Columbia, Universal & Dreamworks

Titel: Gladiator

Originaltitel: Gladiator

Regie: Ridley Scott

Buch: David Franzoni, John Logan und William Nicholson

Musik: Hans Zimmer

Darsteller: Russel Crowe, Djimon Hounsou, Joaquin Phoenix, Connie Nielsen, Oliver Reed, Derek Jacobi, Richard Harris, u.a.

Region: Region 2/UK DVD

Bildformat: 2.35 : 1 (anamorph)

Ton/Sprachen: DD 5.1, DTS 5.1 (Englisch)

Special Features: Making of, Doku über Gladiatoren, Deleted Scenes, Audiokommentar, Porträt: Hans Zimmer, u.a.

Als in den 50er Jahren die ersten großen Historienfilme mit Abenteuern aus dem alten Rom in die Kinos kamen, geschah dies, weil es den Filmgesellschaften um das nackte Überleben ging. Bis in die Mitte der 60er Jahre waren die Sandalenfilme sehr beliebt. Doch irgendwann kamen sie aus der Mode, weil sich auch die Sehgewohnheiten es Publikums in dieser Zeit änderte. Das Studiosystem brach zusammen und der mächtige Production Code, der nicht nur die “sittliche Moral” genau im Auge behielt, fiel ebenfalls. Im Jahr 1964 drehten die Amerikaner mit DER FALL DES RÖMISCHEN IMPERIUMS für lange Zeit ihren letzten Römerfilm in der Tradition von BEN-HUR. Es sollte mehr als 35 Jahre dauern bis man sich wieder an einen Stoff wagte.

Ridley Scotts preisgekröntes Meisterwerk erinnert sehr stark an DER FALL DES RÖMISCHEN IMPERIUMS. Vor allem die Parallelen der Geschichte sind sehr auffallend. In beiden Filmen geht es um Männer die Commodus bekämpfen und früher seine Freunde waren. In beiden Filme geht es um eine Frau, die von beiden begehrt wird. Dies mag zum Teil auch daran liegen, dass die Dreharbeiten für GLADIATOR verhältnismäßig chaotisch waren. Als sie begannen hatte man noch kein filmreifes Drehbuch. Es lag zwar eines von David Franzoni und John Logan vor, doch erst der englische Autor William Nicholson brachte die Geschichte in die richtige Form (ähnlich lief es auch bei BEN-HUR). Zudem hatte man mit Russell Crowe einen Darsteller gewonnen, der sich während des Drehs als echtes Ekelpaket mit jeder Menge Allüren erwies. So gibt es die Anekdote, dass er mit dem Text zur legendären Arenaszene, in der Maximus enthüllt wer er ist, absolut nicht einverstanden war. Erst auf Bitten Scotts spielte er die Szene einmal. Auch die Tatsache, dass einer der wichtigsten Nebendarsteller während der Dreharbeiten starb, erleichterte das Erstellen nicht gerade. Aber mit einer sehr guten Schnitttechnik und einigen neuen Szenen konnte man den Charakter des Proximo dennoch rund machen. Außerdem bemühte man sich in GLADIATOR darum, das Leben der Römer so gut wie möglich darzustellen. Dies ist in der Ausstattung und den Kostümen sicherlich gelungen. Doch gehört der Streifen mit zu jenen Historienfilmen, die es mit den geschichtlichen Fakten allerdings nicht so genau nehmen. Dennoch handelt es sich um einen fesselnden Film, dem man sich nur schwer entziehen kann. Ridley Scott gelang es einmal mehr einen richtigen Kultfilm auf die Beine zu stellen. Nachdem in den letzten Jahren der Historienfilm einen sehr großen Boom erlebte hatte, stellte GLADIATOR wirklich einen absoluten Höhepunkt dar. Der Erfolg an der Kinokasse gab den Produzenten recht. Der Monumentalfilm lebt immer noch. Er hat nur einige Jahrzehnte geruht.

Auf der ersten DVD des Zweiersets befindet sich der Film. Kein Wunder, denn mit einem DTS ES- und einem Dolby Digital 5.1-Track musste noch genug Platz für das Bild bleiben. Und das kann seiner Qualität mehr als überzeugen. Es ist so, wie man es von einem Film im digitalen Zeitalter erwartet: perfekt!!! Die Kompression ist klasse, die Farben sehr kräftig und die Detailschärfe genial. Ebenso ist es auch mit dem Ton, der nicht nur durch räumliche Effekte lebt, sondern auch durch den genialen Soundtrack von Hans Zimmer, der hier eine seiner besten Arbeiten abgeliefert. Man mag zu Zimmer stehen wie man will. Er ist zwar kein Miklós Rózsa (Komponist von BEN-HUR), aber er hat einen interessanten Approach auf das historische Thema.

Die zweite DVD beherbergt alle Specials, die man für den Film zusammengetragen hat. Der Reigen eröffnet sich mit 11 Deleted Scenes, die zwar nicht anamorph vorliegen, aber dennoch einiges von der Story vertiefen und gar nicht so unwichtig erscheinen. Sie sind wahlweise mit Audiokommentar zu sehen. The Making Of Gladiator lief im US-Fernsehen bei HBO ist aber, im Gegensatz zu anderen Promodokus, wirklich informativ und gibt einen Einblick in die Dreharbeiten. Ebenfalls interessant ist die 50minütige Dokumentation Gladiatoren: Blutige Volksbelustigung. Hier erfährt man einiges über die echten Gladiatoren im alten Rom, wobei man kaum auf Ausschnitte aus dem Film zurückgreift. Es kommen zahlreiche Archäologen und Historiker zu Wort, die den blutigen Sport etwas näher beleuchten. Als nächstes steht ein Interview mit Hans Zimmer an, der einiges zu seinem Soundtrack zu sagen hat. In Mein Gladiator-Tagebuch erzählt Spencer Treat Clark seine Eindrücke der Dreharbeiten auf einigen Texttafeln. Danach findet man noch eine Storyboardgalerie sowie die üblichen Infos über die Crew, zwei Trailer und Produktionsnotizen auf der Scheibe. Interessant ist auch ein Hidden Feature auf der 2. DVD, in dem auf eine nicht gedrehte Szene eingangen wird. Dort sollte Maximus einem Nashorn gegenüber treten. Sie wurde nicht realisiert, weil sie doch etwas zu unglaubwürdig erschien. Dennoch hat man, neben Drehbuchauszügen, eine Animationsstudie des Tippet Studios (Effekte für STARSHIP TROOPERS) auf die DVD gepackt.

Insgesamt ist die Doppel-DVD von GLADIATOR eine sehr runde Mischung, die man jedem nur empfehlen kann.

 

Zurück zur Hauptseite
Zurück zu Historische Filme