Titel: King Arthur - Director’s Cut
Originaltitel: King Arthur
Regie: Antoine Fuqua
Darsteller: Clive Owen, Ioan Gruffudd, Keira Knightley, Mads Mikkelsen, Stellan Skarsgard, Til Schweiger, u.a.
Region: Region 2
Bildformat: 2.40 : 1
Ton/Sprachen: Deutsch (DTS, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Special Features: Making of, Alternatives Ende, Fotogalerie
Es gibt Filmstoffe, die einfach nicht totzukriegen sind. Neben den üblichen Horrorfiguren wie Dracula oder Frankenstein gehört im Bereich der Historienfilme mit Sicherheit auch die Sage von König Arthur und seinen Mannen hinzu. Der Film von Antoine Fuqua setzt allerdings von einer anderen Seite an. Er versucht die Geschichte in die Zeit zu transportieren, in der, nach Ansicht vieler Historiker und Archäologen, die Geschichte entstanden ist: Kurz vor dem Abzug der römischen Truppen aus Britannien im 5. Jahrhundert nach Christus. Dazu noch einen Schuss keltische Mystik und fertig ist der oft etwas zu brutal geratene Brei, der dem geneigten Zuschauer serviert wird. KING ARTHUR bietet all das, was man von einer Bruckheimer-Produktion erwartet: spannende Actionszenen, einen guten Soundtrack von Hans Zimmer und seinen Rittern von Media Ventures und eine handwerklich gute Inszenierung eines Regisseurs, der sich oft etwas zu sehr in bluten Szenen ergeht. Hinzu kommt noch eine Riege guter Darsteller, von denen vor allem Stellan Skarsgard als finsterer Sachsenkönig im Gedächtnis bleibt. Der Film bietet gutes Popcornkino, das allerdings weit hinter Bruckheimer-Knallern wie THE ROCK oder FLUCH DER KARIBIK zurückbleibt.
Ursprünglich sollte Michael Bay KING ARTHUR auf die Leinwand bringen, doch dieser lehnte ab, weil ihm das Budget zu gering war. Aber auch Antoine Fuqua schlägt sich sehr gut, der sehr viel Wert auf die Darstellung der Kampfszenen legte. Das war auch einer der Gründe, warum der Disney-Konzern, zu dem das Studio Touchstone gehört, auch mit der ursprünglichen Fassung nicht zufrieden war und auf ein herausschneiden diverser blutiger Szenen bestand. So schlitterte der Film in den USA dann auch an einem “R”-Rating vorbei. Mit “PG-13” lockt mal halt auch viel mehr Kids in die Kinos. Doch das hat nicht viel genutzt, denn die Kinofassung blieb an den Kinokassen weit hinter den Erwartungen zurück. Und das nicht nur in den USA. Weltweit hat KING ARTHUR seine Produktionskosten einspielen können. Einen großen Gewinn gab es dabei nicht.
Die hier besprochene DVD bietet nun die Fassung, die Antoine Fuqua vorgeschwebt ist. Sie zeichnet sich weniger durch erweiterte Charakterszenen aus, sondern bietet noch ein bisschen mehr Gemetzel und Schlachtgetümmel. Die wenigen Handlungsszenen sind zwar aufschlussreich, aber richtig handlungsfördernd sind sie auch nicht.
Für einen Film neusten Datums bietet KING ARTHUR auf DVD eine richtig armselige Vorstellung. Das Bild ist total verrauscht und die Schärfe bewegt sich auf einem sehr niedrigen Niveau. Details treten dabei fast gar nicht richtig heraus. So erscheinen die Gesichter der Schauspieler manchmal etwas matschig. Die Wiesen sind zwar in einem kräftigen Grün gehalten, sehen aber mehr aus wie ein künstlicher Teppich, bei dem man Einzelheiten vermisst. Diverse künstlerische Stilmittel, die hier zu stark eingesetzt werden, geben dem Bild dann den Rest. Nachdem Buena Vista in den letzten Jahren mit guten Transfers überzeugen konnte, hat man hier seinen kleinen Tiefpunkt erreicht.
Das gleiche gilt auch für das Tonmix. Zwar wirkt der Score von Zimmer und Konsorten immer noch räumlich, aber so richtige Atmosphäre will von den Geräuschen nicht aufkommen. Das meiste spielt sich vorne ab. Die tonmäßige Breite, die man von Bruckheimer-Filmen gewohnt ist, findet man hier nicht. Insgesamt wirkt das Mix etwas zu zaghaft und unausgereift. Etwas mehr wäre sicher drin gewesen.
Auf der deutschen DVD halten sich die Specials in übersehbaren Grenzen. Das rund 20minütige Promo-Making of ist leider nur wenig informativ. Ebenfalls etwas dahingewürfelt wirkt auch das alternative Ende, das relativ spät aus dem Film herausgeschnitten wurde, da es bearbeitet ist. Eine richtige Bereicherung ist es allerdings nicht. Das gilt ebenfalls für die Bildergalerie von Jerry Bruckheimer. Auch wenn der Film finanziell hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, hätte man sich hier doch mehr gewünscht.
Auch wenn die DVD-Umsetzung nicht ganz gelungen ist, KING ARTHUR ist ein durchaus sehenswerter Film. Wenn man nur solide Unterhaltung erwartet, wird man von dem Film nicht enttäuscht. Allerdings sollte der Griff dann nicht zur verstümmelten Kinoversion gehen, sonder wirklich zum Director’s Cut, auch wenn manche Szenen nicht wirklich gut für die Handlung sind. KING ARTHUR ist genau das richtige für einen verregneten Samstagabend.
