Titel: King of Kings
Originaltitel: King of Kings
Regie: Nicholas Ray
Darsteller: Jeffrey Hunter, Siobhan McKenna, Hurd Hatfield, Ron Randell, Viveca Lindfors, Rita Gam, Carmen Sevilla, Brigid Bazlen, Harry Guardino, Rip Torn, Frank Thring, Guy Rolfe, Maurice Marsac, Gregoire Aslan, Robert Ryan, u.a.
Region: Region 1
Bildformat: 2.35 : 1 (anamorph)
Ton/Sprachen: Englisch (DD 5.1), Französich (Mono)
Special Features: Newsreel, Featurette: The Camera’s Window of the World
Bis Mitte der 60er Jahre waren großangelegte Historienfilme in Hollywood große Mode geworden. Vor allem jene, die einen religiösen Grundtenor hatten oder in den Lebzeiten Jesu spielten, erwiesen sich als große Kassenschlager. Vor allem der mit elf Oscars ausgezeichnete BEN-HUR hatte bewiesen, dass das Kino sich durchaus gegen das aufstrebende Fernsehen behaupten konnte. Während die Zeit, in der Jesus gelebt hatte, in vielen Monumentalfilmen den Hintergrund für packende Dramen bildete, entwickelte sich Samuel Bronstons KING OF KINGS zu einem Film, bei dem das religiöse Thema in Zentrum stand. Man wollte das Leben von Jesus Christus auf die Leinwand bringen und es mit allem verbinden, was sich bisher in dem Gerne bewährt hatte. Philip Yordan entwickelt in seinem Drehbuch, neben den schon aus der Bibel bekannten Ereignissen, einige interessante Handlungsstränge, die den Fluss des Films noch ein wenig mehr würzen. So wird Barabas nun als Rebell gegen die Römer dargestellt, während Judas nicht nur der eindimensionale Verräter ist, sondern vielmehr ein Mann, der zwischen seinen Überzeugungen hin und her gerissen ist. Robert Ryan bietet als Johannes der Täufer einen interessanten Gegenpart zu Herodes Antipas, der von Frank Thring als schwacher Herrscher dargestellt wird, der Salomé total hörig ist. Hinzu kommen nach zahlreiche andere Charaktere und, für die Entstehungszeit, brutale Schlachtsequenzen. Diese gute Mischung hebt den Film über den religiösen Zuckerguß, denn die Jesus-Szenen zum größten Teil haben, hinaus. Ein weiterer, sehr positiver Faktor ist die Darstellung des Jesus durch Jeffrey Hunter. Auch wenn er oft etwas zu salbungsvoll wirkt, macht der Schauspieler eine gute Figur. Letztendlich aber ist es der straffen Inszenierung von Nicholas Ray zu verdanken, dass der Film nicht total in kitschige Gefilde abdriftet. Sein Stil macht ihn etwas interessanter als das mühevolle Starvehikel DIE GRÖSSTE GESCHICHTE ALLER ZEITEN von George Stevens.
Einer der entscheidenen Faktoren bei einem Monumentalfilm ist, neben einer durchkonzipierten Handlung, auch die Filmmusik. Im Fall von KING OF KINGS verpflichtete man mit Miklós Rózsa einen Komponisten, dessen Oeuvre zwar nicht nur aus Historienfilmen besteht, aber diesen mit seiner akribisch recherchierten Musik einen entscheidenden Stempel aufgedrückt hat. Beherrscht wird der Score von einem oft wiederkehrenden, sehr eingängigen Leitmotiv, das von weiteren, nicht minder gelungenen Motiven, begleitet wird. Dabei entwickelt Rózsa auch seine gewohnt epische Breite, die man von Filmen wie QUO VADIS? oder BEN-HUR gewohnt ist. KING OF KINGS stellt aber auch einen traurigen Punkt in der Karriere des Komponisten dar. Er ist einer der letzten großen symphonischen Soundtracks, die der gebürtige Ungar fürs Kino gemacht hat. Zwar folgte mit EL CID ein ebenfalls sehr hochwertiger Score, aber die Nachfrage nach solchen Kompositionen sank im weiteren Verlauf der 60er und frühen 70er Jahre stark.
Auch wenn Sony mittlerweile MGM gekauft hat, besitzt Warner AOL immer noch die Rechte an den Klassikern des renommierten Studios. So verwundert es nicht, dass auch die US-DVD von KING OF KINGS, ähnlich wie andere Filme, bei Warner Home Video veröffentlicht wurde. KING OF KINGS befindet sich, im Gegensatz zu BEN-HUR, nur auf einer DVD-9. Bei einer Laufzeit von knapp drei Stunden ist die gerade noch verträglich.
Der Monumentalfilm aus dem Jahr 1961 besticht zuerst einmal durch eine unglaublich gute Bildqualität, die manches Werk neueren Datums alt aussehen lässt. Das Bild ist knackig und bietet eine sehr gute Schärfe. Ebenfalls beeindruckend sind die kräftigen Farben. Beispielsweise sind bei Jeffrey Hunters roten Mantel keine größeren Artefakte festzustellen. Auch der Schwarzwert und der Kontrast weiß zu überzeugen. Das Letterbox-Format entspricht allerdings nicht dem Originalformat von Technirama Super 70 (was 2.20 : 1 gewesen wäre), sondern der 35-mm-Version (2.35 : 19).
Beeindruckend remastert wurde auch der Ton, der in Dolby Digital 5.1 vorliegt. Spätestens jetzt merkt man der Vorlage das Alter an. So kommen die meisten Effekte meist über die vorderen Boxen. Die Dialoge klingen sehr frisch. Sehr räumlich abgemischt wurde der Soundtrack, der über alle Effektboxen sehr gut verteilt ist.
Die Extras sind relativ schnell betrachtet. Es handelt sich dabei um Newsreel-Material. So kann man einige Bilder von den Dreharbeiten der Bergpredigt-Sequenz sehen, an der 7000 Statisten teilgenommen haben. Außerdem bekommt man noch etwas über die beiden US-Premieren zu sehen.
Auch wenn die Special Features etwas kurz geraten sind, weiß die KING OF KINGS-DVD doch zu beeindrucken. Sicher, der Stoff ist nicht jedermanns Sache, aber man bekommt einen handwerklich sehr gut gemachten Film geboten, der mit ebenso guten Darstellern aufwarten kann. Unbedingt sehenswert.
Nachbemerkung: Ähnlich wie BEN-HUR handelt es sich auch bei KING OF KINGS um ein Remake. Cecil B. De Mille verfilmte die Lebensgeschichte von Jesus Christus im Jahr 1927.
