Titel: The Last Samurai

Originaltitel: The Last Samurai

Regie: Edward Zwick

Darsteller: Tom Cruise, Ken Watanabe, Tony Goldwyn, William Atherton, Billy Connolly, Masato Harada, u.a.

Region: Region 2

Bildformat: 2.35 : 1 (anamorph)

Ton/Sprachen: Englisch, Deutsch, Japanisch (DD 5.1)

Special Features: Making Of-Featurettes, Japan-Premiere, Trailer, Deleted Scenes , u. v. m.

1876: Nathan Algren, Held aus den Indianerkriegen, hält sich als Werbefigur von Winchester mehr schlecht als recht über Wasser. Eines Tages erhält er von dem etwas undurchsichtigen Omura das Angebot als Ausbilder für die japanische Armee und den Kaiser zu arbeiten. Zusammen mit seinem alten Kommandeur und einem Unteroffizier begibt er sich in das Land, dass auf den ersten Blick so rückständig erscheint. Algren bildet die Soldaten, die nicht mehr sind als einfache Landarbeiter aus. Auf Druck Omuras muss er sich mit seinen Männern verfrüht in die Schlacht gegen einen aufständischen Samurai begeben, die mit einem Fiasko endet. Algren gerät in Gefangenschaft und bekommt in dieser Zeit Einblicke in die japanische Kultur, die doch nicht so rückständig ist, wie er es gedacht hat.

Die Idee des Gai-Jin, der die japanische Kultur entdeckt ist nicht unbedingt neu. Der Autor James Clavell hat sie schon in seinem Roman Shogun in eindrucksvoll verarbeitet. Edward Zwicks opulenter THE LAST SAMURAI bietet einen ähnlichen Einblick, wenn auch nicht ganz so intensiv. Dennoch spürt man die Handschrift Zwicks, der sich schon früher mit historischen Stoffen auseinandergesetzt hat. Sein Film GLORY ist nur ein Beispiel für sein Fingerspitzengefühl bei ähnlichen Gegebenheiten. Produzent Tom Cruise, der einmal mehr seine Wandlungsfähigkeit als Nathan Algren unter Beweis stellt, zeigt in jeder Einstellung welche Strapazen er auf sich genommen hat, um diesen Film realisieren zu können. Sein Gegenpart, Ken Watanabe, spielt den Samurai Katsumoto, der eigentlich nur das Beste für sein Land und seinen Kaiser will, wird ebenfalls sehr gut charakterisiert. Bis in die Nebenrollen hinunter ist THE LAST SAMURAI perfekt besetzt, so dass der Film großes Hollywoodkino vom Feinsten bietet. Gedreht wurde ein Großteil des Films übrigens nicht in Japan, sondern in Neuseeland.

Auf der ersten Scheibe des Doppel-DVD-Sets befinden sich der Film und ein Audiokommentar von Edward Zwick, der sehr informativ ist und einen Einblick in die Arbeit des Regisseurs gibt. Das Bild lässt auch nur wenige Wünsche offen. Die satte Farbgebung, die nahezu perfekte Schärfe und ein sehr guter Kontrast machen auf dem Bildschirm einfach nur Laune. Nur ab und zu ist etwas rauschen festzustellen, was aber nur auffällt, wenn man sehr genau hinschaut. Ansonsten kann man mehr als zufrieden sein. Der Ton zeichnet sich durch eine sehr gute Sprachwiedergabe aus. THE LAST SAMURAI ist kein Film, in dem es Toneffekte ohne Ende gibt. Stellenweise sind sehr stille Szenen dabei, bei denen die Musik von Hans Zimmer (ein weiterer Pluspunkt) sehr gut herüber kommt. Man vermisst allerdings in den Schlachtsequenzen (vor allem bei der gegen Ende) etwas mehr Dynamik. Aber auch damit kann man leben.

Die zweite DVD ist den Extras vorbehalten. Zu allen Features kann man sagen, dass sie informativ ist. Nur die typisch amerikanische Lobhudelei in einigen Beiträgen ist teilweise etwas nervig. Tom Cruise: Tagebuch eines Kriegers befasst sich mit der Charakterzeichnung von Nathan Algren. Man erfährt einiges über die Figur, was interessant ist. Im Produktionstagebuch von Edward Zwick bekommt man Einblicke in die Dreharbeiten. Weiter geht es mit einem Gespräch mit Tom Cruise und Edward Zwick, Featurettes zu Produktions- und Kostümdesign, die militärische Ausbildung der Darsteller und über die Waffen. In einer Texttafel wird der Bushido-Kodex erklärt, dem die Samurai folgen. Mit zwei Deleted Scenes, Bildern von japanischen Premiere und einem Trailer wird die Scheibe abgeschlossen.

Gesamt gesehen hat man THE LAST SAMURAI eine sehr gute DVD-Umsetzung gegönnt, die dem Film auf jeden Fall gerecht wird. Vor allem auch deswegen, weil er zu den großen Kinohighlights des Jahres 2003 gehört. Kann man also getrost kaufen, auch wenn der Film zu Schluss hin etwas zu pathetisch wird.

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