
Titel: Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt
Originaltitel: Pirates of the Caribbean: At World’s End
Regie: Gore Verbinski
Darsteller: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Stellan Skarsgard, Bill Nighy, Jack Davenport, Kevin R. McNally, Jonathan Pryce, Geoffry Rush, u. a.
Region: Region 2
Bildformat: 2,35 : 1 (anamorph)
Ton/Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Special Features: Verfluchte Pannen vom Dreh, 5 Making of, Deleted Scenes, Der Maestro der Piraten: Die Musik von Hans Zimmer, Die Piratenhymne: Hoist the Colors, Die Meister des Designs
Die Abenteuer des Jack Sparrow gehen in die 3. Runde... Nachdem Jack von dem Seemonster des Davy Jones in dessen “Locker” gesperrt wurde, nimmt die Bedrohung durch Lord Cutler Beckett immer mehr zu. Kein Wunder, denn er besitzt das Herz von Davy Jones und so die absolute Kontrolle über die Flying Dutchman. Es bleibt nichts anderes übrig als Jack Sparrow wieder aus dem Jenseits zu holen. Doch dafür braucht man die Hilfe der Magierin Tia Dalma und jemanden, der die Reise schon mal zurück gemacht hat: Captain Barbossa. Doch für die Reise braucht man ein Schiff, denn die Black Pearl ist mit Captain Jack verschwunden. Also sucht man Hilfe bei einem der großen Piratenlords: Captain Sao Feng. Dieser stellt nach einigen Querelen ein Schiff zur Verfügung, treibt aber ein gefährliches Doppespiel mit Cutler Becket, der ihn auch gleich aufs Kreuz legt. Nachdem Jack wieder im Diesseits weilt ruft man den Rat der Piratenlords ein. Die Zeichen stehen auf Krieg und dafür braucht man Unterstützung...
Ähnlich wie sein Vorgänger beeindruckt Teil 3 der Piraten-Saga weniger durch eine originelle Story, sondern vielmehr durch seine exzellenten Spezialeffekte, die dem Zuschauer fast drei Stunden lang um die Ohren geschlagen wären. Hatten die beiden ersten Teile noch einiges an Witz zu bieten, wirkt nun alles etwas abgegriffen und stellenweise zu düster. Vor allem die Tatsache, dass jeder der Akteure sein eigenes Spiel führt, macht den Streifen nicht gerade kurzweiliger. So dümpelt die erste Stunde auch etwas dahin bis man dann bei den letzten beiden Dritteln etwas mehr in Fahrt kommt. Das furiose Duell der Black Pearl und Flying Dutchman entschädigt zwar für einiges, aber reißt PIRATES 3 nicht unbedingt heraus. Okay, der Film hat seine Moment, vor allem dann, wenn Keith Richards als Jack Sparrows Vater auftritt, doch insgesamt wirkt das Endergebnis etwas zu lang. An Witz und Action bleibt der erste Teil der Trilogie also unübertroffen.
Über die technische Umsetzung der PIRATES-Filme hat man bei Disney noch nie meckern können. Auch der dritte Teil macht da keine Ausnahme. Das Bild ist so, wie man es von einem Streifen neusten Datums zu erwarten hat. Allerdings macht es der massive Einsatz von Stilmitteln fast unmöglich ein abschließendes Urteil über die Bildqualität zu liefern. Immerhin kann man über Schärfe und Kontrast sagen, dass sie sich auf einem hohen Level bewegen. Auch die Kompression arbeitet fehlerlos.
Beide Tonspuren verlangen der Dolby Digital-Anlage alles ab, was sie zu bieten hat. Es wird ein sehr schönes Effektgewitter geboten, wie man es bei modernem Popcornkino erwartet. Allerdings bestimmt Hans Zimmers epische Filmmusik einen großen Teil des Geschehens. Dabei kommt so mancher Soundeffekt etwas zu kurz. Einen deutschen DTS-Ton wie seine beiden Vorgänger bietet dieser Teil allerdings nicht. Ein verständlicher Schritt, denn bei der Laufzeit des Film wäre eine zusätzliche DTS-Spur nur auf Kosten der Bildqualität möglich gewesen. Aber auch so bekommt man genug geboten.
An Extras waren PIRATES 1 & 2 sehr gut bestückt, legten die Messlatte für den nächsten Film immer höher. Es ist verwunderlich, dass der dritte Teil dabei etwas abfällt. Die diversen Making of-Segmente sind lange nicht so informativ wie bei den Vorgängeren, aber dennoch sehenswert. Nachdem man einige der neuen Charaktere sowie einige Schlüsselsequenzen näher beleuchtet hat, wird Hans Zimmer in einem eigenen Special etwas näher vorgestellt. Den ursprünglichen Soundtrack zu FLUCH DER KARIBIK stammt eigentlich von Alan Silvestri, dessen Score abgelehnt wurde. Unter der Produktion von Hans Zimmer komponierten Klaus Badelt und sieben weitere Musiker von Zimmers Media Ventures den Soundtrack des ersten Teils. Beim 2. Teil übernahm Zimmer selbst die Heft, aber dort wirkte der Soundtrack stellenweise etwas unausgegoren. Teil 3 bietet einen Piraten-Soundtrack allererster Güte, der sich stark an klassischen Vorbildern wie beispielsweise Miklós Rózsa orientiert, aber dennoch modern klingt. In dem Special über Zimmer erfährt man einiges über seine Arbeitsweise zur PIRATES-Trilogie. Ebenfalls näher beleuchtet wird die Piratenhymne Hoist the Colours und das Produktionsdesign.
Wer einen intensiven Bericht über die Dreharbeiten vermisst, der sollte sich die extensiven Specials von Teil 2 anschauen. Da beide Filme gleichzeitig gedreht wurden, bekommt man dort auch einen kleinen Einblick in die Entstehung von Teil 3.
PIRATES OF THE CARIBBEAN: AM ENDE DER WELT ist ein netter Abschluss einer Saga, die die Kinosommer 2006 und 2007 beherrscht haben. 2007 hatte der Film allerdings mit beinharter Konkurrenz zu tun: den TRANSFORMERS. Dennoch gehört PIRATES 3 mit zu den großen Kinoerfolgen des Jahres 2007, was eigentlich zu erwarten war. Disney DVD bietet, wie bei vielen anderen Titeln aus dem Hause, eine sehr würdige DVD-Umsetzung, die stellenweise richtig Spaß macht und technisch überzeugen kann. Der Film ist auf jeden Fall einen Blick wert.