Titel: Quo Vadis?

Originaltitel: Quo Vadis?

Regie: Mervyn LeRoy

Darsteller: Robert Taylor, Deborah Kerr, Leo Genn, Peter Ustinov, u. a.

Region: Region 2

Bildformat: 1.33 : 1

Ton/Sprachen: Englisch, Deutsch, Spanisch, Polnisch, Ungarisch (DD 1.0)

Special Features: Dokumentation, Trailer, Audiokommentar, u. a.

Der General Marcus Vinicius kehrt nach einem mehrjährigen Feldzug mit seinen Legionen nach Rom zurück. Vor den Toren der Stadt wird er von den Prätorianern des Kaisers aufgehalten. Er soll noch einige Tage vor der Stadt bleiben, um sich mit weiteren siegreichen Truppen zu vereinigen. Gemeinsam soll dann ein gewaltiger Triumphzug dem Volk geboten werden. Auf Betreiben seines Onkels wird er bei einem alten General und seiner Familie untergebracht. Der selbstherrliche Vinicius begegnet dort der Tochter des Hauses. Sofort macht er Lygia den Hof. Dabei erfährt er, dass die junge Frau ein Mündel Roms, also eigentlich dem römischen Staat gehört. So wird Lygia zur Belohnung Neros für Vinicius. Dieser ahnt allerdings nicht, dass das Objekt seiner Begierde zu den Christen gehört. Die religiöse Bewegung wird von dem wahnsinnigen Nero schon länger als Bedrohung seiner eigenen Göttlichkeit angesehen. Nachdem der Kaiser Rom anzünden lässt, schiebt er die Schuld auf die Christen. Er ahnt dabei nicht, dass er dadurch Ereignisse in Bewegung setzt, die zu seinem eigenen Untergang führen werden...

Die opulente Verfilmung des Romans von Henryk Sienkiewicz gehört mit zu dem gewaltigsten, was Hollywood je geboten hat. Mit großem Aufwand wurde die Geschichte des polnischen Nobelpreisträgers auf die Leinwand gebracht, wobei weder Kosten und Mühen gescheut wurden. Während den Dreharbeiten in Italien wurden stellenweise rund 30 000 Statisten für die Massenszenen verpflichtet, während man viel Akribie auf die Kostüme und Ausstattung legte. Man wollte das alte Rom in allem Prunk und Pracht wieder auferstehen lassen. Mit Mervyn LeRoy fand man einen routinierten Regisseur, der mit dem riesigen Projekt zurecht kam, auf der darstellerischen Seite verließ man sich auf das Potential eines studioeignen Stars: Robert Taylor. Er verkörpert Vinicius mit einer großen Intensität, wobei bei ihm die Action im Vordergrund steht. Den weiblichen Part vergab man an die damals noch relativ unbekannte Deborah Kerr, die sogar Elizabeth Taylor, die auch für die Rolle der Lygia vorgesehen war, aus dem Rennen schlug. Leo Genn verkörpert seinen Petronius genauso selbstbewusst wie Taylor seinen Vinicius, wobei seine Darstellung des abgebrühten, zynischen Politikers weitaus intensiver ist. Aber allen wird die Show von dem jungen Peter Ustinov gestohlen. Sein Nero gehört auch heute noch zu einer der größten schauspielerischen Leistungen der Filmgeschichte. Sie bleibt im Gedächtnis und wem ist noch nicht ein grausiger Schauer über den Rücken gelaufen, wenn Ustinov als Nero seine Ode an das Feuer schmettert, während hinter ihm Rom in Flammen steht.

QUO VADIS war für MGM ein besonderes Prestigeobjekt. Das Projekt war das letzte, das unter dem Zepter von Louis B. Mayer vollendet wurde. Dieser wollte sich einen glänzenden Abgang verschaffen. Aus diesem Grund verlegte er die Produktion nach Italien, wo die damals maroden Cinecittá Studios auf Vordermann gebracht wurden. Dabei erweckte QUO VADIS während den Dreharbeiten Erinnerungen an ein anderes Großprojekt des Studios, das in den 20er Jahren mit einer chaotischen Entstehung Schlagzeilen machte: BEN-HUR. Doch diesmal ging alles relativ glatt. Obwohl man mit tausenden von Statisten drehte, wurde das Projekt fertig und wurde an der Kinokasse ein sehr großer Erfolg. QUO VADIS mag nicht die Intensität eines BEN-HUR besitzen, doch ebnete er den Weg für weitere religiös orientierte Monumentalfilme. Sie sollten bis Mitte 60er Jahre ein fester Bestandteil der Kinolandschaft bleiben.

Lange hat man auf eine adäquate DVD-Umsetzung von QUO VADIS warten müssen. Schon 2006 war die Scheibe schon mal angekündigt, aber nicht veröffentlicht worden. Die Wartezeit hat sich gelohnt.

QUO VADIS präsentiert zwar nicht unbedingt ein perfektes Bild, doch vergleicht man es mit der Vorlage, die alljährlich zu diverser Feiertagen im TV zu sehen ist, hat man es mit einem guten Transfer zu tun. Die Schärfe bewegt sich auf hohem Niveau, auch die Kontraste können beeindrucken und ein Bildrauschen ist kaum festzustellen. Das Master ist in einem relativ guten Zustand, denn größere Beschädigungen sind nicht festzustellen. Nur der Farbe fehlt der letztendliche Kick, aber auch das ist zu verschmerzen. Da der Film auf zwei DVDs verteilt ist, hat das Bild eine relativ hohe Transferrate.

Der Ton liegt in allen Sprachversionen in Mono vor. Also sollte man keine Wunder erwarten, denn der Monumentalfilm wurde vor der Ära des Stereotons, vor der Ära des Cinemascope gedreht. Dennoch sind die Dialoge in allen Versionen klar zu verstehen, wobei die deutsche etwas muffig klingt. Man hat aber das Beste herausgeholt.

Ein interessantes Extra ist die Tatsache, dass man für die DVD-Auflage die Ouvertüre und die Schlussmusik wieder an den eigentlichen Film angefügt hat. So bekommt man einen guten Eindruck, wie QUO VADIS im Kino gewirkt haben muss, denn ein großer Teil des Flairs geht von Miklós Rózsas energetischen und epischen Soundtrack aus, der die Szenen perfekt untermalt. Hörenswert ist der Audiokommentar mit dem Filmhistoriker F. X. Feeney, der einiges über die Entstehung des Streifens zu erzählen hat. Das Herzstück der Extras ist allerdings die Dokumentation Quo Vadis? und die Genesis eines biblischen Epos. Sie geht in rund 45 Minuten ebenfalls auf die Entstehung des Films ein, beleuchtet aber auch seine Bedeutung für nachfolgende Beiträge zum Genre. Ein Trailer rundet die Specials ab.

Auch wenn die Special Features auf den ersten Blick etwas armselig erscheinen mögen, sie bieten eine Menge Information. Vor allem die enthaltene Dokumentation bringt einiges Interessantes zu Tage. Der Film selbst beeindruckt mit einer soliden Umsetzung, die zwar etwas besser hätte sein können, aber dennoch mehr als akzeptabel ist. Mit der Veröffentlichung von QUO VADIS auf DVD und Blu-Ray kann der interessierte Sammler eine Lücke schließen, die lange geklafft hat. Ansonsten bekommt man eine Vorstellung geboten, die nicht nur besser ist als die TV-Umsetzung, sondern auch die goldene Zeit von Hollywood wieder auferstehen lässt.

 

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