Titel: Robin Hood: Prince Of Thieves
Originaltitel: Robin Hood: Prince Of Thieves
Regie: Kevin Reynolds
Darsteller: Kevin Costner, Morgan Freeman, Christian Slater, Alan Rickman, Mary Elizabeth Mastrantonio, u.a.
Region: Region 1
Bildformat: 1.85 : 1 (anamorph)
Ton/Sprachen: Englisch (DTS, DD 5.1.)
Special Features: Audiokommentare, Making Of, Interviews, Musicvideo, Soundtrack, Bildergalerien, Trailer & TV-Spots, u.v.m.
Kevin Costner gehörte Ende der 80er und in den frühen 90er Jahren zu den erfolgreichsten Kassenmagneten Hollywoods. Und mit dem Film DER MIT DEM WOLF TANZT bewies er auch sein Talent als Filmemacher. Im Jahr 1991 trat er dann in die Fußstapfen von Errol Flynn, um eine der beliebtesten Filmfiguren zu verkörpern: Robin Hood. Pen Densham und John Watson (OUTER LIMITS) schufen mit ihrem Drehbuch einen neuen, zeitgemäßeren Look auf die Figur. Zusammen mit Regisseur Kevin Reynolds brachten sie es dann fertig eine Verfilmung des Stoffes zu machen, die der aus den 30er Jahren in Nichts nachsteht. Es zeigte sich an der Kinokasse, dass Robin Hood nach wie vor noch die Massen in Kino ziehen kann, denn der Film war einer der großen Erfolge des Jahres 1991 und sein Titelsong (Everything I Do) I Do It For You von Bryan Adams wurde zu einer der meistverkaufsten Singles überhaupt.
Vor einigen Jahren veröffentlichte Warner Home Video den Film in einer sehr mageren Version auf DVD, die außer dem Film nichts enthielt. Kein Wunder also, dass man auf eine Special Edition gewartet hat. Das Warten hat sich gelohnt. Im Sommer 2000 erschien in den USA eine Special Edition des Films auf einer Doppel-DVD. ROBIN HOOD: THE PRINCE OF THIEVES liegt nun nicht in einer besseren Qualität vor, er ist nun auch 12 Minuten länger, da noch einige Deleted Scenes hinzugefügt wurden. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Charakterszenen mit dem Sheriff von Nottingham, die einen Einblick in seinen Wahnsinn geben.
Das neu gemasterte Bild macht einen guten Eindruck, besitzt aber besonders in dunklen Sequenzen einige Schwächen. Die Detailschärfe ist ebenfalls nicht ganz da Gelbe vom Ei, aber dennoch akzeptabel. Weniger erfreulich sind einige kleinere Artefakte, die regelmäßig auftreten. Begrüßenswert ist auch der anamorphe Transfer. Die alte Version war nun in Widescreen. Allerdings liegt der Film in 1.85:1 vor. Laut Aussage des Regisseurs im Audiokommentar war 1.66:1 das ursprüngliche Format des Negativs. Tonmäßig steht Michael Kamens genialer Soundtrack im Vordergrund, der einen großen Teil der Räumlichkeit des Films ausmacht. Aber auch einige bidirektionale Toneffekte sind hören, wenn auch nicht soviel wie bei einer neueren Produktion. Das Endergebnis ist dennoch sehr hörenswert. Für die US-Version wurde der Ton nicht nur in Dolby Digital 5.1 hochgemischt, sondern liegt auch in DTS vor. Diese Tonspur klingt noch etwas druckvoller als die andere.
Hier liegt nun auch der erste große Unterschied zwischen der deutschen und amerikanischen DVD. Für das hiesige Release wurde auf den DTS-Ton verzichtet. Da de Film nun 12 Minuten länger ist als die alte Version, hat man sich dazu entschieden ihn komplett neu zu synchronisieren. Natürlich ist Frank Glaubrecht die Stimme von Kevin Costner, aber damit hat es sich schon. Die neue deutsche Fassung klingt für den geneigten Zuschauer so gut, dass es einen in den Fingern juckt, die DVD wieder umzustauschen. Die neuen Stimmen liegen teilweise so daneben, dass sich einem die Nackenhaare sträuben.
Weitere Unterschiede gibt es auch bei den Specials. Der deutsche Zuschauer muss auf den Soundtrack von Michael Kamen in Dolby Digital 5.1 auf der zweiten DVD verzichten. Für die US-DVD hat man diesen als Audio-Anteil mit draufgepackt. Ebenfalls nicht dabei, aber auf der Verpackung angegeben, ist die interaktive Galerie über die Waffen des Mittelalters. Ebenfalls verzichten muss der deutsche Sammler auf die schönen Menüs, von denen nur noch die Standbilder geblieben sind.
Aber zurück zur hier besprochenen US-DVD. Den Reigen der Extras eröffnen auf der ersten DVD zwei Audiokommentare. Im ersten kommen Kevin Costner und Kevin Reynolds zu Wort. Die beiden bringen einiges interessantes ein, wenn auch stellenweise eine kleine Rivalität zwischen beiden zu bemerken ist. Der zweite Kommentar ist mit den Produzenten John Watson und Pen Densham sowie den Schauspielern Morgan Freeman und Christian Slater. Letzterer verhält sich ein wenig schweigsam, was schade ist. Aber die anderen drei Teilnehmer füllen die zweieinhalb Stunden durchaus aus.
Den Anfang auf der zweiten DVD macht eine kleine Dokumentation aus dem Jahr 1991 über die Figur von Robin Hood. Ein damals noch relativ unbekannter Pierce Brosnan moderiert das Ganze. Weiter geht es mit Interviews der Hauptdarsteller aus dem EPK, die hier zusammengestellt wurden. Daneben gibt es noch einige Texttafeln über der Produktionsdesign und über die Geschichte der Robin Hood-Filme. Im Publictybereich findet man einen Trailer (in 2.35:1), sechs TV-Spots und eine Fotogalerie mit Standfotos. In der Weapons Gallery kann man sich Informationen über einige der bedeutendsten Waffen dieser Zeit geben lassen. Als besonderen Bonus hat, wie erwähnt, den Soundtrack des kürzlich verstorbenen Michael Kamen als Audio-Anteil auf die Bonus-DVD abgelegt. Er liegt in Dolby Digital 5.1 vor. Abgerundet werden die Extras mit den üblichen Textinfos über Cast & Crew.
Insgesamt gesehen hat sich Warner Home Video für diese Edition ins Zeug gelegt. Die deutsche Edition ist zwar auch ganz nett geraten, aber warum man den Titel nicht 1:1 übernommen hat ist ein Rätsel. Eigentlich hätte man viel mehr erwarten können. So ist man leider gezwungen der amerikanischen DVD den Vorzug zu geben.
