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Copyright by Universal Pictures

Titel: Spartacus

Originaltitel: Spartacus

Regie: Stanley Kubrick & Anthony Mann

Darsteller: Kirk Douglas, Laurence Olivier, Jean Simmons, Charles Laughton, Peter Ustinov, John Gavin, Tony Curtis, u.a.

Region: Region 2

Bildformat: 2.20 : 1 (anamorph)

Ton/Sprachen: Deutsch (DD 5.1, DTS), Englisch (DD 5.1)

Special Features: Audiokommentar, Deleted Scenes, Wochenschau-Beiträge, Interviews mit Peter Ustinov und Jean Simmons, u.v.m

 Als der Sklave Spartacus als Gladiator an Lentulus Batiatus verkauft wird, ahnt dieser nicht, dass er damit einen sehr schicksalhaften Schritt getan hat. Zwar verläuft Spartacus’ Ausbildung normal, doch nachdem für einige römische Adlige ein Kampf auf Leben und Tod in der Gladiatorenschule von Batiatus stattfindet, hat dieser einen Sklavenaufstand an der Hand, der sich wie ein Lauffeuer durch ganz Italien verbreitet. Führer des Aufstands ist Spartacus, der sein altes Dasein nicht mehr ertragen konnte. Er hat den Traum in Freiheit zu leben. Aus diesem Grund begeben sich er und sein Sklavenheer nach Süditalien, wo sie mit Hilfe von Piraten aus den Fängen Roms entfliehen wollen. Doch der ehemalige Gladiator hat die Rechnung ohne den Politiker und Feldherr Grassus gemacht. Dieser will die Macht in Rom an sich reißen, wobei ihm der Aufstand gerade recht kommt. Er richtet es so ein, dass dem Heer der Aufständischen nur ein Weg übrig bleibt: Der Marsch auf die Hauptstadt des Weltreiches...

SPARTACUS unterscheidet sich sehr deutlich von den sonstigen Monumentalfilmen, die zwischen 1950 und 1965 entstanden. Hier steht kein religiöses Thema im Hintergrund, sondern der Drang des Menschen nach Freiheit zu leben. Die Grundlage für das Drehbuch von Dalton Trumbo ist der gleichnamige Roman von Howard Fast. Zwar wird in dem Film einiges an historischen Figuren durcheinander geworfen, doch die fesselnde Geschichte und die glänzenden Darsteller machen ihn sehr sehenswert. Geboren wurde SPARTACUS aus der Tatsache, dass Kirk Douglas die Hauptrolle in BEN-HUR nicht bekam. Also setzte er sich zum Ziel selbst ein Projekt mit ähnlichen Dimensionen auf die Beine zu stellen. Als Produzent und Hauptdarsteller konnte er seine Vorstellungen durchsetzen. In einem Hollywood, das noch unter dem Eindruck der Antikommunismuskampagnen der McCarthy-Ära stand, war es nicht leicht Dalton Trumbo als Drehbuchautor durchzusetzen. Der Schriftsteller stand auf der Schwarzen Liste von Hollywood, auf der sich Autoren und Schauspieler befanden, denen eine antiamerikanische Haltung nachgesagt wurde. Wer auf dieser Liste stand, durfte, zumindest offiziell, nicht mehr arbeiten. Doch die meisten verdienten sich, nach Gefängnisaufenthalten, unter Pseudonymen ihren Lebensunterhalt als Script Doctors oder Drehbuchautoren. Auch mit dem Stoff tat sich Hollywood etwas schwer, denn Howard Fast war ebenfalls in den Focus der McCarthy-Jünger geraten. Dennoch konnte sich Kirk Douglas behaupten. Sehr unzufrieden war der Produzent mit seinem Regisseur Anthony Mann, der sich vor allem durch sehr gut gemachte und psychologisch tiefe Western einen Namen gemacht hat. Douglas und Mann kamen nicht miteinander aus, was zu einem Wechsel im Regiestuhl führte. Der neue Mann hinter der Kamera war Stanley Kubrick, der mit Douglas schon bei WEGE ZUM RUHM zusammengearbeitet hatte. Die Szenen, die Mann gedreht hatte (hauptsächliche jene in der Gladiatorenschule, blieben zum größten Teil im späteren Endprodukt enthalten. Obwohl Stanley Kubrick eine sehr gute Arbeit machte, war er selbst immer mit diesem Film unzufrieden gewesen. Zum einen musste er sich dem damals noch herrschenden Studiosystem unterordnen und hatte keine richtige kreative Gewalt über das Werk, dessen Drehbuch schon fertig war. Dennoch lieferte er sehr eindringliche und beeindruckende Bilder, die SPARTACUS zu einem der wohl anspruchsvollsten Monumentalfilme macht, die in dieser Zeit gedreht wurden.

Ein weiterer wichtiger Faktor waren die Darsteller. Natürlich hatte Kirk Douglas die Hauptrolle sich auf den Leib schneidern lassen, aber die Auswahl der anderen Darsteller ist ebenfalls interessant. Laurende Olivier stellt als Grassus einen Charakter dar, der zwar der Gegenpol zu Spartacus ist, aber dennoch mehr seinen Ambitionen folgt als der Feindschaft mit dem Sklavenführer. Jean Simmons gibt als Geliebte von Spartacus der Figur der Varinia sehr viel Fleisch und Substanz, als man es erwartet hätte. Peter Ustinov brilliert als verschlagener Batiatus, der mehr als einmal die Seiten wechselt. Dabei spielen er und Charles Laughton, einer seiner letzten Rolle, so perfekt zusammen, das es Freude macht den beiden zuzusehen. Ustinov, der im März 2004 verstorben ist, bekam für seine Rolle einen Academy Award. Ebenfalls interessant ist die Darstellung von Tony Curtis als Antoninus. Sein Wandel vom Haussklaven, der nur Gedichte zitieren und musizieren kann, zum Freund von Spartacus wird durch seine Leistung sehr realistisch dargestellt. Betrachtet man Curtis, der eigentlich nur eine Nebenrolle spielt, und die anderen Darsteller, dann stellt man fest, dass bis in die kleinste Rolle hinein der Film perfekt besetzt ist.

Nachdem vor einigen Jahren schon einige sehr magere DVD-Version von Universal im Vertrieb von Columbia/Tri Star erschienen ist, legt die Firma nun, da sie den Eigenvertrieb hat, gehörig nach. Für die neue Doppel-DVD übernahm man weite Teile der schon legendären Criterion Collection des Films aus dem Jahr 2001. Dazu gönnte man den Film einen neuen digitalen Transfer und man hat den deutschen Ton überarbeitet.

Als Vorlage diente die restaurierte Fassung des Films aus dem Jahr 1991. Robert A. Harris, der schon VERTIGO und LAWRENCE VON ARABIEN bearbeitet hat, sucht ein akribischer Kleinarbeit jegliches Material des Films zusammen, um ihn möglichst werkgetreu wieder entstehen zu lassen. Im Laufe der Jahre hatte der Film nämlich immer mehr von seiner eigentlich Laufzeit verloren und in den Archiven schlummerte nur noch eine Version von knapp 167 Minuten. Harris zapfte alle möglichen Quellen an. Selbst Stanley Kubrick stand mit seinen Notizen zur Seite, die er dem Restaurator zufaxte. Vor allem eine Sequenz bereitete viel Schwierigkeiten: Die berühmte Badesequenz in der Grassus eindeutig sexuelles Interesse an Antoninus zeigt, woraufhin dieser wegläuft. Diese Szene lag nur noch in schwarzweiß und ohne Ton vor. Die Wiederherstellung der Farbe war im Zeitalter der Nachkolorierung nicht das Problem, sondern vielmehr die originalen Stimmen zu bekommen. Tony Curtis konnte seinen Part sprechen, doch Laurence Olivier war mittlerweile verstorben. Seine Witwe erinnerte sich allerdings daran, dass der englische Schauspieler Anthony Hopkins (DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER) Olivier immer gut parodieren konnte. So übernahm Hopkins den Part des Grassus, was in der letztendlichen Kinofassung nicht mehr so einschneidend auffällt.

Aber zurück zur Doppel-DVD. Anders als bei der ersten Auflage wurde der Film auf zwei DVDs aufgeteilt, so wie es mittlerweile bei Streifen mit Überlänge üblich ist. Das anamorphe Bild macht für ein Werk dieses Alters einen sehr guten Eindruck, auch wenn stellenweise einige Verunreinigugen der Vorlage auffallen. Die Schärfe kann über weite Strecken überzeugen und es sind viele Einzelheiten zu erkennen, was sich vor allem bei den Massenszenen bemerkbar macht. Auch die kräftige Farbgebung weiß zu beeindrucken, was den positiven Gesamteindruck noch vertieft. Kompressionsartefakte sind auf dem ersten Blick nicht zu erkennen. Es wurde also ganze Arbeit bei dem neuen Transfer geleistet.

Tonmäßig bekommt man in Deutsch sowohl Dolby Digital als auch DTS geboten. Einen großen Unterschied kann man allerdings nicht feststellen, außer der Musik, die etwas kräftiger klingt. Große Surroundeffekte darf man nicht erwarten. Es spielt sich fast alles auf den vorderen Lautsprechern ab. Nur der grandiose Soundtrack von Alex North klingt sehr räumlich. Die Sprache klingt frisch und nicht so muffig wie bei ähnlichen Produktionen. Der englische Ton ist einige Nuancen besser, ähnelt aber dem deutschen von der Abmischung und Qualität sehr.

Die Specials werden eröffnet mit einem Audiokommentar von Kirk Douglas, Peter Ustinov, Howard Fast, Edward Lewis, Robert A. Harris und Saul Bass, der u.a. für den Vorspann und die Plakatgestaltung verantwortlich war. Außerdem kann man sich während des Films noch eine Szene-für-Szene-Analyse von Drehbuchautor Dalton Trumbo anhören. Hier findet man auch einige alternative Musikstücke von Alex North, die im fertigen Streifen nicht verwendet wurden. Auf der zweiten DVD bekommt man originale Wochenschaubeiträge und Promo-Interviews mit Jean Simmons und Peter Ustinov aus dem Jahr 1960. Außerdem gibt es noch einen Kurzfilm über das Gladiatorentraining, dessen Quelle unklar ist. Sehr interessant ist ein weiteres Interview mit Ustinov aus dem Jahr 1992. Außerdem ist noch ein weiterer Kurzfilm vorhanden, der die “Hollywood Ten” behandelt. Dies sind jene Autoren, die auf der Schwarzen Liste standen. Sie werden hier kurz vorgestellt. Bildergalerien mit den Storyboards von Saul Bass, den Standfotos, Werbematerial, einem Comicheft, den Entwürfen von Stanley Kubrick und ein Trailer schließen die zweite DVD ab.

Nachdem die erste Auflage von SPARTACUS eher bescheiden war, bekommt der Sammler hier nun wirklich einiges geboten. Zwar ist der DTS-Ton relativ unnötig, aber insgesamt gibt die Doppel-DVD ein sehr solides Bild ab. Ein Titel, der sich auf jeden Fall lohnt.

 

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