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Titel: Der Untergang von Troja

Originaltitel: Helen of Troy

Regie: Robert Wise

Darsteller: Rossana Podesta, Jack Sernas, Sir Cedric Hardwicke, Stanley Baker, Nial McGinnis, Nora Swinburne, Robert Douglas, Torin Thatcher, u. a.

Region: Region 2

Bildformat: 2.55 : 1 (anamorph)

Ton/Sprachen: Englisch (DD 5.1), Deutsch, Spanisch (Mono)

Special Features: Trailer, Dokumentationen

Die großen Kinoepen der 50er und 60er Jahre entstanden, weil sie für die Majorstudios eine Möglichkeit aufzeigten, mit dem aufkommenden Fernsehen in Konkurrenz zu treten. Nach der Einführung des Cinemascope-Formats mit den Filmen WIE ANGLE ICH MIR EINEN MILLIONÄR und DAS GEWAND, mit dem auch der Stereoton einher ging, musste jedes Studio seinen eigenen Momumentalfilm produzieren. Bei Warner Brothers erinnerte man sich an alte Werte und brachte eine der bekanntesten Geschichten auf Leinwand: die Geschichte der schönen Helana und Paris, die den Trojanischen Krieg ausgelöst hat. Unter der Regie von Robert Wise (WEST SIDE STORY) entstand in den italienischen Cinecittá Studios ein aufwendiges Altertumspektakel, das stellenweise auch heute noch zu beeindrucken weiß. Den beiden damals relativ unbekannten Hauptakteuren wurde eine Riege von englischen Charakterdarstellern wie Stanley Baker, Harry Andrews, Nial McGinnis und Sir Cedric Hardwicke zur Seite gestellt, um den Streifen etwas Tiefe zu verleihen. Einen Vergleich mit dem 2004 entstandenen TROJA braucht der mittlerweile fünfzig Jahre alte Film nicht zu scheuen. Sein Drehbuch, das etwas unter den schwülstigen Dialogen leidet, bietet in rund zwei Stunden alles, was man aus ILIAS von Homer kennt. Im Gegensatz zur Neuverfilmung kommt allerdings keine Sekunde der Eindruck auf, es würde sich um den Trojanischen Blitzkrieg handeln, wie es bei TROJA der Fall war. Auch wenn DER UNTERGANG VON TROJA gegen Ende etwas gehetzt wirkt, bekommt man solides Kino geboten, das zu unterhalten weiß.

Die DVD warten mit einem überraschend guten Bild auf. Die Restauratoren haben ganze Arbeit geleistet, denn das Warnercolor erstrahlt im alten Glanz. Auch die Beschädigungen des Master halten sich in Grenzen. Die Schärfe und der Kontrast wissen ebenfalls zu gefallen.

Der englische Ton wartet mit einem Dolby Digital 5.1-Upmix auf, das allerdings relativ unnötig ist. Die Leistung von vergleichbaren Filmen wie BEN-HUR erreicht HELEN OF TROY leider nicht. Allerdings klingt die englische Tonspur wesentlich besser wie die deutsche. Diese erinnert mehr an ein altes Radio. Die Dialoge klingen dumpf und die Musik kratzig.

Bei den Extras bediente man sich dem gleichen Konzept wie bei DER SCHWARZE FALKE. Sie setzen sich hauptsächlich aus einer Kinosendung zusammen, die vom dem Schauspieler Gig Young moderiert wird. Wer denkt, dass heutige Promotion für Kinofilme penetrant ist, der sollte ruhig mal einen Blick auf die Featurettes dieser DVD werfen. Nicht nur, dass sie total oberflächlich sind, teilweise wirken sie unfreiwillig komisch. Vor allem dann, wenn sich Gig Young in seinem geschniegelten Outfit ganz “überraschend” auf den Mauern von Troja wieder findet und ein Interview mit Helena von Troja führt. Der Trailer zum Film versöhnt den Zuschauer dann wieder etwas.

Auch wenn der Film nicht ganz so beeindruckend wie ähnliche Werke aus dieser Zeit ist, bekommt der Fan von Monumentalfilmen schon einiges an Unterhaltung geboten. Vor allem die groß angelegten Massenszenen während des Angriffs auf Troja zeigen, dass man auch ohne Computeranimationen beeindruckende Szenen drehen konnte. DER UNTERGANG VON TROJA ist solide Unterhaltung für einen einsamen Abend.

 

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