Titel: Zulu

Originaltitel: Zulu

Regie: Cy Endfield

Darsteller: Stanley Baker, Jack Hawkins, Michael Caine, Ulla Jacobsson, James Booth, u.a.

Region: Region 2

Bildformat: 2.35 : 1 (anamorph)

Ton/Sprachen: Englisch (DD 2.0), Deutsch (Mono)

Special Features: Making of, Audiokommentar, Trailer

1879 verteidigten 100 britische Soldaten in Südafrika eine Missionsstation in Rorkes Drift gegen 4000 Zulu-Krieger. Dies geschah einen Tag nachdem die Afrikaner ein britisches Regiment von 1200 Mann aufgerieben hatte. Nachdem dies bekannt geworden war, wurde der Stolz des britischen Empires stark angekratzt. Doch der Kampf der 100 in Rorkes Drift gab der Presse wieder jene Helden, die die Briten brauchten. Es war ganz klar, dass aus der Geschichte irgendwann mal ein Kinofilm gemacht wurde.

Hauptdarsteller Stanley Baker und Regisseur Cy Endfield produzierten den Film gemeinsam, wobei der Schauspieler eine große Menge seines eigenen Vermögens mit einbrachte. Mit einem Budget von knapp 2 Millionen Dollar wurde eine solche Produktion in Hollywood zwar mehr als Low Budgetfilm angesehen, aber da es sich um ein englisches Projekt handelte, konnte man mit dem knappen Budget schon etwas anfangen. Gedreht wurde in Südafrika mit echten Zulus, die Cy Endfield beeindruckend in Szene setzte. Die englische Einheit war bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetzt, wobei Stanley Baker den Kommandeur spielte. Als verschrobener Missionar gibt Schauspiellegende Jack Hawkins (BEN-HUR, BRÜCKE AM KWAI, LAWRENCE VON ARABIEN) eine sehr eindringliche Vorstellung, mit deren Präsentation der Darsteller allerdings zu Lebzeiten nie richtig einverstanden war. Mit von der Partie ist auch der spätere Oscar-Preisträger Michael Caine (GOTTES WERK UND TEUFELS BEITRAG), der in diesem Film seine erste größere Rolle als arroganter britischer Offizier spielte. Als weiteren Hauptdarsteller darf man allerdings nicht die beeindruckende Naturkulisse vergessen, die in manchen Szenen sehr bedrückend wirkt.

Paramount hat sich bei dieser DVD wirklich sehr viel Mühe gegeben. Das Bild des fast vierzig Jahre alten Films ist von einer unglaublichen Schärfe und Detailfreude. Die Farben sind sehr kräftig, was vor allem bei den roten Uniformen der englischen Truppen auffällt. Der Konstrast ist ebenfalls sehr gut. Allerdings kann man in der zweiten Hälfte es Films in einigen Totalen eine gewisse Unruhe des Bildes feststellen, was man aber verschmerzen kann. Der Ton liegt in der englischen Sprachfassung in Dolby Surround vor. Allerdings spielt sich die Soundkulisse meist in den vorderen Lautsprechern ab. Wenn es einmal Surroundeffekte gibt, dann klingt es nicht so besonders. Aber bei einem Film dieses Alters sollte man nicht zu viel erwarten. Dennoch kann das Ergebnis schon überzeugen, da die Dialoge klar verständlich sind. Beeindruckend ist auch die Musik von John Barry, der für diesen Film einer seiner legendärsten Soundtracks schuf, der perfekt zum Thema passt.

Die Extras beginnen mit einem Audiokommentar von Filmhistoriker Sheldon Hall und Second Unit Regisseur Robert Porter, der zumeist in Interviewform bestritten wird. Porter weiß einige interessante Fakten zu berichten. So erfährt man u.a. auch, was es mit dem Technirama-Bildformat auf sich hatte, in dem der Film gedreht wurde. Das Making of wurde in zwei Segmente aufgeteilt, die insgesamt eine Laufzeit von 45 Minuten haben. Neben einigen Darstellern und Porter kommt auch die Witwe von Sir Stanley Baker zu Wort, die einiges zu berichten weiß. Die Dokus decken fast jeden Aspekt des Films ab. Zudem liegt das Material komplett im anamorphen Bildmaterial vor. Abgerundet wird der Bonus-Bereich mit einem anamorph abgetasteten Trailer, dessen Bildqualität sehr unterschiedlich ist.

ZULU gehört schon lange zu den großen Klassikern des Films und es ist schön, dass man ihn nun endlich auch in adäquater Form sehen kann. Immerhin war er einer der erfolgreichsten Streifen der 60er Jahre und startete einige große Karrieren. Paramount hat den Film mit einem netten Schuber herausgebracht, der das etwas einfallslose Coverdesign etwas aufwertet. Aber man sollte sich seine DVDs nicht nach dem Cover kaufen. Immerhin zählt vielmehr, was auf dem Silberling steckt. Ein Klassiker, der in keiner Sammlung fehlen darf.

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