Autorenportrait

Karl Herbert Scheer - Konstrukteur der Zukunft

von
Heiko Langhans

Karl Herbert Scheer ist einer der Autoren, die die PERRY RHODAN-Serie geprägt haben wie kein zweiter. Bis in die 70er Jahre hinein arbeitete er als Exposéautor an der Serie mit und schuf mit Atlan eine seiner unsterblichsten Figuren. Aber, ähnlich wie einige andere Autoren der ersten Stunde, hatte er auch ein Leben vor PR. Seine SF-Romane gehörten in den 50er Jahren mit zu den beliebtesten überhaupt. Sein Erzählstil passte sich meist perfekt dem dort herrschenden Zeitgeist an, auch wenn er sich stellenweise etwas wiederholte. Seine ZBV-Serie verlegte den Agentenroman in die Zukunft, wo Scheer seine Ideen voll ausleben konnte. Sein Hang zu handfester Action und Gigantomanie bracht ihm den Spitznamen “Handgranaten-Herbert” ein. Seine Art zu schreiben schaffte ihm allerdings nicht nur Freunde. Vor allem Ende der 60er Jahre hatte er gegen seinen Ruf anzukämpfen, was auch daran lag, dass zu dieser Zeit manches sehr überspitzt betrachtet wurde. Hinzu kam noch seine schwere Krankheit, die es ihm in den 70er Jahren oft unmöglich machte seine Arbeit auszuführen. Dennoch war er nie richtig verschwunden, denn Neuauflagen seiner alten Romane liefen immer noch gut und auch die PR-Serie bereicherte in späteren Jahren noch mit zahlreichen Romanen. Selbst heute, mehr als ein Jahrzehnt nach seinem Tod, erfreut sich beispielsweise die ZBV-Serie immer noch großer Beliebtheit, was die Verkaufszahlen der Neuauflage aus dem Weltbild Verlag beweisen.

Heiko Langhans, der schon die Biografie von Clark Darlton geschrieben hat, legt mit KONSTRUKTEUR DER ZUKUNFT ein fast gleichwertiges Buch vor. Wieder hat er jede Menge Informationen gesammelt, um sie dann kompakt an den interessierten Leser weiterzugeben. Er zeichnet hier auch ein Bild des SF-Fandoms der 50er und 60er Jahre, mit dem Scheer sehr verwoben war. Allerdings fehlt es der Biografie etwas an der Ironie und dem Humor des Vorgängers. Oft wirkt die Zusammenstellung der Daten etwas trocken und man muss sich durch diese Stellen durchbeißen. Dennoch versteht es Langhans sehr gut den Leser bei der Stange zu halten. So ist auch die Biografie von Karl Herbert Scheer mehr als lesbar und genau das richtige für dunkle Abendstunden im Winter, wenn man es sich in einem Sessel zum schmökern bequem macht.

 

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