Mit dem ersten Band der KOSMOS-CHRONIKEN wurde bewiesen, dass die PR-Leser durchaus interessiert sind, die Handlung einmal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Für den zweiten Band der Reihe hat sich Autor Hubert Haensel eine sehr schillernde Figur ausgewählt, bei denen manche PR-Autoren oft an ihre Grenzen stießen: Alaska Saedelaere. Der Terraner mit dem Cappinfragment war eine der typischsten Figuren, die William Voltz geschaffen hat. War er vorher schon ein Einzelgänger, so wurde Saedelaere durch seinen Transmitterunfall zum totalen Außenseiter, der sich selbst sehr kritisch sah. Voltz schilderte seine Innere Zerrissenheit immer mit großer Glaubwürdigkeit, was der Figur eine dritte Dimension verlieh. Viele Autoren, die den Transmittergeschädigten in ihren Romanen aufnahmen, kamen mit ihm nicht zurecht. Das lag vielleicht daran, dass er für einige zu sperrig war.
Die Handlung des Buches beginnt mit dem Transmitterunfall im Jahre 3428, der in er PR-Serie selbst nur am Rande beleuchtet worden war. Es folgen Rückblenden in die Jugendzeit des Terraners, um dann überzuleiten auf die Ereignisse während die Cappin-Zyklus. Weiter geht es mit den Geschehnissen um den Schwarm und der Beziehung des Transmittergeschädigten zu den Cynos, dem Einfall der Laren in der Galaxis, Saedelaeres Erlebnisse mit Ganerc-Callibso, seiner Zeit als Chef der Terra-Patrouille und dem Verschwinden des Cappin-Fragments aus dem Gesicht des Terraners beim Erreichen des Frostrubins, um nur einige Stationen zu erwähnen. Haensel schafft es wieder, dass er trotz des epischen Hintergrunds seine Figur nicht aus den Augen verliert. Vielmehr geht er noch intensiver auf das Gedankenspiel Saedelaeres ein. Anhänger von Action werden hier einige Längen feststellen, doch andererseits ist es auch sehr wohltuend etwas mehr Substanz in einer PR-Figur zu finden. Man fühlt sich an die Zeiten eines Willi Voltz erinnert. Hubert Haensel zeigt, dass er es auch versteht mit der Figur umzugehen. Der zweite Band der KOSMOS-CHRONIKEN ist eine große Steigerung gegenüber seinem Vorgänger, der ebenfalls von hoher Qualität war. Man darf gespannt sein, welche Figur sich Haensel als nächstes vornehmen wird. Absolut lesenswert.