SF-Stammtisch Zweibrücken Hauptseite

Keine verrückten Spinner, die hinterm Mond leben

Science Fiction-Fans tauschen einmal im Monat Gedanken aus – Vorlieben für Jules Verne wie für Star Trek

Hinter dem Mond leben sie nicht, soviel steht schon einmal fest. Zumindest was den Durst angeht, unterscheiden sich die Science Fiction-Fans in keiner Weise vom Rest der Bevölkerung. So halten sie sich bei hochsommerlichern Temperaturen ganz irdisch mit Mineralwasser, Cola und Bier schadlos, während sie sich einen ganzen Abend hingebungsvoll ihrer Leidenschaft widmen können.

Von links: Nadine Johannes, Achim Dörr, Axel Bücklein, Andreas Schweitzer, Brigitte Ottmann und Barbara TrzeciakWer eine geballte Ladung versammelter Freaks erwartet hat, wird wohl etwas enttäuscht sein. Die Fans, die jeden dritten Samstag im Monat im Gasthaus „Zum Löwen“ ihrem Hobby frönen, sind keine verrückten Spinner. Science Fiction ist für sie ein phantastischer Zeitvertreib wie für andere Briefmarkensammeln oder Skifahren.

Im Gegensatz zu den meisten SF-Meetings kommen zum Zweibrücker Treffen Fans mit den verschiedensten Vorlieben. Kostümierte Trekkies oder echte Jedi-Ritter sind genauso willkommen wie Fans, die sich literarischer SF verschrieben und mit Verkleiden gar nichts am Hut haben.

 Genau das war auch das Ziel von Andreas Schweitzer, der das Treffen vor vier Jahren in Leben gerufen hat: „Unser Stammtisch ist offen für alle. Die Fans sollen gemeinsam Spaß haben, Neuigkeiten austauschen und sich unterhalten können.“

   Welch vielseitige Bandbreite die Science Fiction aufweisen kann, zeigt sich auch bei den Fans: „Am liebsten lese ich die klassische Science Fiction, wie Romane von Robert A. Heinlein, Arthur C. Clarke, Jules Verne oder Isaac Asimov“, erzählt Heiko Matzenbacher aus Langenbach bei Kusel. Der 29jährige Maurer mag jedoch nicht nur Science Fitction, sondern auch Fantasy.

   Eine ganz andere Richtung bevorzugt Nadine Johannes, die aus dem Saarland zu den Treffen angereist ist: „Mein Favorit ist space-mäßige Science Fiction. Dazu gehört beispielsweise STAR TREK, STAR WARS, BABYLON 5 oder SPACE:ABOVE AND BEYOND. Am meisten mag ich jedoch STAR WARS, denn es ist ein sehr epischer Stoff.“ Daß es durchaus auch ein volles Freizeitprogramm sein kann, weiß die 20jährige Schülerin nur allzu gut: „Den Großteil meiner Zeit verbringe ich mit meinem Hobby. Ich gehe auf Treffen, schaue mir die Filme an oder spiele Computerspiele.“ Ihr Kostüm , das eines „Dark Jedi“, hat sich Nadine in mühsamer handarbeit selbst genäht. Das trägt sie jedoch nur, wenn es nicht so heiß ich.

   „Für mich ist ein alternativer Entwurf bei der Science Fiction sehr wichtig!“ gibt Christoph Frenzel aus Trier zu bedenken. Deshalb liest der Jurastudent vorzugsweise Bücher von Verne, Orwell, Huxley oder Cherryh. Axel Bücklein aus Ixheim hingegen ist eher PERRY RHODAN-Fan: „Doch ich schaue auch STAR TREK, BABYLON 5 und AKTE X. Ein Kostüm hat er jedoch nicht: „So etwas ist unter Perry-Fans nicht üblich!“

  Daß man sich auch ohne Verkleidung bestens amüsieren kann, beweist die lockere Atmosphäre, die auf dem Treffen am Samstag im Gasthaus „Zum Löwen“ herrscht. Und so wird einmal im Monat unter Fans nicht nur gegessen, getrunken und geredet, sondern auch philosophiert und über die Technik des nächsten Jahrtausends fachgesimpelt. Denn, wie jeder weiß, sind echte Fans ihrer Zeit Jahrhunderte voraus.

Maria W. Peter

Pfälzischer Merkur im Juli 1999 mit freundlicher Genehmigung der Autorin