
Originaltitel: Fort Apache
Regie: John Ford
Darsteller: John Wayne, Henry Fonda, Shirley Temple, John Agar, Pedro Armendariz, Victor McLaglen, George O’Brien, u. a.
Region: Region 2
Bildformat: 1.33 : 1 (Vollbild)
Ton/Sprachen: Englisch, Deutsch (Mono)
Special Features: Produktionsnotizen, Starinfos, Trailer
Colonel Owen Thursday ist verbittert. Nicht nur, dass ihm sein alter Rang aus Bürgerkriegstagen aberkannt wurde, der ehemalige General wird ins Indianergebiet geschickt, wo er das Kommando über das Fort Apache übernehmen soll. Für den ehrgeizigen Militär ein Rückschlag, den er seine Untergebenen deutlich spüren lässt. Er hofft mit einem strahlenden Sieg seine Position besser zu können, um in der Hierachie besser aufsteigen zu können. Dafür setzt er seine gesamte Einheit auf’s Spiel. Einer seiner Kompanieführer, Captain Kirby Yorke, versucht den Kommandanten zur Vernunft zu bringen, doch dieser lässt sich von seinem katastrophalen Kurs nicht abbringen...
Ein Gemälde über die Schlacht am Little Big Horn inspirierte James Warner Bellah zu seiner Kurzgeschichte, die dem Drehbuch von Frank S. Nugent zugrunde lag. Eindrucksvoll wird aufgezeigt wie ein ehrgeiziger Offizier, der mit seiner Degradierung zum Oberst nicht fertig wird, mit einem übertriebenen Ehrgeiz seine ganze Einheit zugrunde richtet. Hinzu kommt, dass Regisseur John Ford mit Henry Fonda und John Wayne zwei seiner Lieblingsdarsteller für die widersprüchlichen Hauptparts gewinnen konnte. Fonda gibt dabei den von seiner eigenen Versagensangst getriebenen Oberst Thursday sehr eindrucksvoll, während John Wayne als aufrechter Captain Yorke ein ebenso schweres Gegengewicht bietet. Dazwischen gibt die Story genug Spielraum für zwischenmenschliche Beziehungen wie sie Ford gerne in seine Filmen dargestellt hat. Dabei greift er auf einen Fundus von Gesichtern zurück, die aus vielen seiner Werke bekannt sind; allen voran Victor McLaglen und Ward Bond. Allerdings ist der erste Teil von John Fords Kavallerie-Trilogie kein schattenloser Lobgesang auf das amerikanische Militär. Er lässt auch zarte kritische Töne anklingen und zeigt wie falsch ausgelegtes Heldentum zu einer glorifizierenden Heldenbildung führen kann. Genau diese Mischung macht aus FORT APACHE einen großen Westernklassiker.
Die deutsche DVD-Umsetzung beeindruckt zunächst mit einem sehr durchwachsenen Bild, dem man sein Alter stark ansieht. Alles wirkt ein wenig zu weich, während der Kontrast schon zufrieden zu stellen weiß. Leider sind an dem Master auch Beschädigungen festzustellen. Zwar hatte man anscheinend Zugriff auf ein internationales Master, aber nicht auf die restaurierte Version von Warner Home Video, die in den USA erschienen ist.
Beide Tonspuren klingen nicht sehr frisch, sondern eher dumpf und monoton. Der Originalton ist aber eindeutig vorzuziehen, weil er etwas mehr an Musik und Hintergeräuschen bietet, während vieles in der deutschen Fassung fast verschluckt wird.
Viele Extras hat die DVD von Kinowelt leider nicht zu bieten, aber dennoch ist eine Sache für den Filmfan sehr interessant: Man bekommt neben der deutschen Kinofassung auch die rund 30 Minuten längere Originalfassung zu sehen. Warum BIS ZUM LETZTEN MANN für den deutschen Einsatz gekürzt wurde ist unklar. Fest steht, dass der Western auch in anderen europäischen Ländern oft nur gekürzt gezeigt wurde. Texttafeln über die Dreharbeiten und mit Starinfos schließen die kargen Extras ab.
Zwar bekommt man mit der wesentlich längeren Originalversion von FORT APACHE einen neuen Blick auf den Film, aber gesamt Umsetzung der DVD lässt etwas zu wünschen übrig. Bild und Ton sind enttäuschend, die Extras mehr als mager. Keine Besonders gute Umsetzung für einen Klassiker des Genres.