Titel: Die Cowboys
Originaltitel: The Cowboys
Regie: Mark Rydell
Darsteller: John Wayne, Roscoe Lee Browne, Bruce Dern, Collen Dewhurst, A. Martinez, Robert Carradine, Slim Pikens, u.a.
Region: Region 2
Bildformat: 2.35 : 1 (anamorph)
Ton/Sprachen: Englisch (DD 5.1), Deutsch (Mono)
Special Features: Trailer, Dokumentation
Als der Rancher Will Anderson sein Vieh zum Markt treiben will, verlassen ihn seine Cowboys, um dem Goldrausch in Kalifornien zu folgen. Nun ist guter Rat teuer, denn alleine kann er seine Rinder nicht treiben. So rekrutiert er ein Gruppe von Schulkindern, die ihm auf dem Weg helfen soll. Die ohnehin schon angespannte Lage spitzt sich zu als eine Bande von skrupellosen Viehdieben sich an die Fersen des Treck heftet...
In den 60er und 70er Jahren veränderten sich die Sehgewohnheiten des Kinopublikums auf so dramatische Weise, dass die amerikanische Filmindustrie Mühe hatte sich anzupassen. Die Konkurrenz des Fernsehens hatte sich in der Vergangenheit als sehr ernstzunehmend erwiesen und der Zusammenbruch des alten Studiosystems tat ein übriges, um viele der renommierten Filmgesellschaften an den Rand des Ruins zu bringen. Die Änderung der Sehgewohnheiten brachte es auch mit sich, dass der amerikanische Western in den 70er Jahren eine Durststrecke erleben musste. Auch der mittlerweile in die Jahre gekommene John Wayne musste die akzeptieren. Mark Rydells Western unterscheidet sich in vielen Dingen von denen, die man in früheren Jahren gemacht hatte. Er versuchte ein realistisches Bild zu zeichnen und die Probleme der Charaktere in den Vordergrund zu stellen. Dabei bedient er sich meisterhaft den verschieden Zutaten, die einen guten Western ausmachen. Er stellt John Wayne eine Riege von sehr guten Jungdarstellern zur Seiten, von denen einige auch heute noch in Film und Fernsehen tätig sind. Obwohl Rydell eigentlich nicht mit Wayne zusammenarbeiten wollte, da ihm die Stellung Waynes zum Vietnamkrieg nicht behagte, entstand ein Film, der einer der letzten großen Highlights des Genres wurde bevor es einige Zeit in der Versenkung verschwand. Dabei scheut sich Wayne in eine Rolle zu schlüpfen, die seinen Mythos etwas demontiert. Als weitere Zutat kommt der großartige Soundtrack von John Williams hinzu, der mit Rydell schon vorher gut zusammengearbeitet hatte. Untypisch für die sonstige Filmmusik der frühen 70er Jahre erlebt man hier einen breitorchestralen Westernscore, der einen Vergleich zu den großen Klassikern in keiner Weise zu scheuen braucht. So kann man heute THE COWBOYS durchaus als ein letztes, großes Aufbäumen eines Genres sehen, das man mittlerweile oft totgesagt hat.
Auch wenn man sich bei Warner Home Video bemüht hat den Film in seiner kompletten, ungeschnittenen Form auf die DVD bringen, so hat man beim Transfer sehr geschlampt. Von einer möglichen Restauration des Ausgangsmaterials ist nichts zu sehen. Das Master, das benutzt wurde, weist zahlreiche Beschädigungen und jede Menge Dreck auf, die den Sehgenuss stark schmälern. Die Schärfe ist auf einem so niedrigen Level, dass Einzelheiten verschwimmen und das Bild oft matschig wirkt. Die Farben wirken stark verwaschen. Man muss sich also fragen, was man sich bei Warner dabei gedacht hat so ein Ding zu veröffentlichen. Wenn man sich den Film mal richtig vorgenommen hätte, wäre sicherlich ein akzeptableres Ergebnis herausgekommen.
Der Ton ist da schon etwas überzeugender. Die deutsche Fassung liegt in Mono vor. Sie klingt zwar etwas angestaubt, ist aber akzeptabel. Die englische Spur ist in Dolby Digital 5.1. Sie klingt natürlich etwas räumlicher, aber von einem 35 Jahre alten Film sollte man keine Wunder erwarten. Wie so oft bei älteren Filme werden die Effektboxen von der Musik beansprucht. Auch die Sprache ist klar verständlich.
Die einzigen Extras sind der Trailer und eine Dokumentation aus der Entstehungszeit des Films, die recht ansprechend ist.
Die DVD-Umsetzung von DIE COWBOYS kann leider nur in sehr wenigen Punkten überzeugen. Schade, denn hier hat man einen Film der eine Restauration wert gewesen wäre. Aber immerhin bekommt man eine ungeschnittene Fassung geboten, was allerdings nur wenig über die Knackpunkte dieses Silberlings hinwegtäuscht. Der Film selbst ist auf jeden Fall einen Blick wert.
