Titel: Pale Rider - Der namenlose Reiter

Originaltitel: Pale Rider

Regie: Clint Eastwood

Darsteller: Clint Eastwood, Michael Moriarty, Carrie Snodgrass, Christopher Penn, Richard Dysart, Sydney Penny, Richard Kiel, u.a.

Region: Region 2

Bildformat: 2.35 : 1 (anamorph)

Ton/Sprachen: Deutsch (Mono), Spanisch, Englisch (DD 5.1)

Special Features: Keine

Ein Gruppe von Goldgräbern, die von Hull Barrett angeführt werden, wollen in der Nähe einer kleinen Stadt im Westen ihren eigenen Claim abstecken. Doch der Gründer der Stadt, ein gewisser LaHood, selbst auf der Suche nach Gold in der Umgebung, will dies nicht zulassen. Mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, terrorisiert er die Goldgräber. Er will sie von ihrem Land vertreiben, um selbst dort nach Gold zu graben. Die Goldgräber sind nicht in der Lage sich zu wehren, denn LaHood hat eine Gruppe von Revolverhelden unter seinem Vertrag, die für ihn die Drecksarbeit machen. Doch eines Tages werden die Hilfsgebete der Goldgräber erhört. Ein Prediger taucht in der Stadt auf, der für sie Eintritt. Er kommt genau richtig, denn LaHood will zum letzten Schlag gegen seine Gegner ausholen...

Im Jahr 1985 galt der Western als tot. Das Genre war, nach Ansicht vieler, schon vor einiger Zeit zu Grabe getragen worden. Es hatte zwar zahlreiche Wiederbelebungsversuche gegeben, doch diese waren eher mit mäßigem Erfolg gekrönt gewesen, wenn man von Beispielen wie Walter Hills THE LONG RIDERS absah. Mit HEAVEN’S GATE war sogar eines der größten Boxoffice-Desaster entstanden. Aber 1985 sollte das Jahr werden, in dem gezeigt wurde, dass der Western durchaus nicht tot war, sondern eine Art Winterschlaf hielt.

Clint Eastwood und Lawrence Kasdan bewiesen mit ihren Filmen PALE RIDER bzw. SILVERADO die Lebensfähigkeit des Genres in den 80ern. Allerdings unterscheiden sie sich von ihren Vorgängern deutlich. Sie orientieren sich nur an den klassischen Elementen, sondern lassen auch Einflüsse von Filmemachern wie Sergio Leone erkennen. Dies trifft vor allem auf PALE RIDER zu. Clint Eastwood gibt hier einmal mehr den namenlosen Fremden, der sich für die Schwachen einsetzt. Doch bei ihm wirkt dieses Klischee nicht aufgesetzt. Sein Gunslinger trägt ein Priestergewand, was allem noch ein wenig mehr tiefe verleiht. Seine Beweggründe bleiben dem Zuschauer verborgen, werden nur wage angedeutet. Im Vordergrund steht sein Hilfe für die Goldgräber, für die er eintritt. Nachdem seine Arbeit getan ist, verschwindet er wieder so wie er gekommen war. Ein großes Flair macht dabei die oft minimalistische, aber sehr gute schauspielerische Leistung von Clint Eastwood aus, dessen unrasierte, faltige Gesichtslandschaft die Figur noch unterstützt. Hinzu kommt noch eine gute Story, die die Leistung der anderen Darsteller noch weiter vorantreibt. So entwickelt sich PALE RIDER zu einem richtigen kleinen Meisterwerk des modernen Western.

Um es gleich vorneweg zu nehmen: Noch nie sah PALE RIDER für das Home Entertainment so gut aus wie auf DVD. Die diversen Videofassungen waren meist in Vollbild. Die DVD-Version liegt im originale Kinoformat vor. Das Bild beeindruckt mit kräftigen Farben, die vom erdigen Ton der Siedlung der Goldgräber bis zu einem kräftigen Grün der Wälder geht. Auch der Kontrast weiß zu gefallen, was auch für den Schwarzwert gilt. Allerdings fällt der Einsatz von Rauschfiltern gerade in dunklen Szenen auf. Ebenfalls ins Auge springt eine gewissen Körnigkeit des Bildes, vor allem in dunklen Szenen. Dennoch kann man insgesamt sagen, dass der Film für sein Alter eine recht gute Figur macht.

Natürlich sollte man keine Tonwunder von einem rund 20 Jahre alten Film erwarten. Doch das Dolby Digital 5.1-Upmix der Originalfassung weiß schon zu gefallen. PALE RIDER ist ein recht ruhiger Western, doch gerade die Dynamitexplosionen am Ende des Films wurden gut abgemischt. Das gleiche gilt für die eingängige Musik von Lennie Niehaus, die oft aus den hinteren Boxen ertönt und dem Streifen etwas Räumlichkeit geben. Der deutsche Ton enttäuscht mit einem sehr flachen Monomix, bei dem aber wenigstens die Dialoge gut zu verstehen sind.

Special Features sucht man bei PALE RIDER vergebens. Kein Wunder, denn der Titel erschien relativ früh im Warner-Programm. Dennoch hätte man sich bei der Neuauflage einige Gedanken machen können, denn zumindest ein Trailer hätte drin sein können.

Aus heutiger Sicht ist PALE RIDER mit Sicherheit einer der Klassiker des Westerns. Auch wenn Extras auf der DVD fehlen, macht der Film selbst eine recht gute Figur. Ebenfalls positiv ist es, dass dieser Backprogrammtitel mittlerweile für einen sehr günstigen Preis zu kriegen ist. Für den Western-Freund ist PALE RIDER auf jeden Fall einen Blick wert.

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