Western
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Titel: Rio Grande

Originaltitel: Rio Grande

Regie: John Ford

Darsteller: John Wayne, Maureen O’Hara, Ben Johnson, Harry Carey, jr., Victor McLaglen

Region: Region 2

Bildformat: 1.33 : 1 (Vollbild)

Ton/Sprachen: Englisch, Deutsch (Mono)

Special Features: John-Wayne-Dokumentation, Produktionsnotizen, Trailer

Colonel Kirby Yorke kommandiert eine Kavallerieeinheit in Texas. Als eines Tages neue Rekruten in seinem Fort auftauchen, ist auch sein Sohn darunter. Yorke hatte für ihn eigentlich einen Karrierestart in West Point vorgesehen gehabt, aber der junge Jeff zog es nach einer misslungenen Prüfung vor als gemeiner Soldat zu dienen. Der Colonel gerät in einen Gewissenskonflikt, der noch vertieft wird als Jeffs Mutter Kathleen im Fort auftaucht. Yorke hatte sie vor Jahren verlassen, weil er Karriere und Familie nicht unter einer Hut bringen konnte. Nun ist einiges an Konfliktpotential geboten...

Im letzten Teil der Kavallerie-Trilogie konzentriert sich John Ford mehr auf den Konflikt zwischen Yorke und seiner Frau, zwischen denen ihr gemeinsamer Sohn steht. Yorke wiederum ist hin und her gerissen zwischen seinen Pflichten gegenüber seiner Familie und seiner Militäreinheit. Den Rahmen für das ganze bildet eine actiongeladene Story vor einem beeindruckenden Naturhintergrund. Von der Ausführung her ist RIO GRANDE der schwächste Film der Trilogie, bietet aber dennoch einige für den Zuschauer. Einmal mehr zeigt sich, dass die Chemie zwischen Maureen O’Hara und John Wayne vor der Kamera stimmt. Man nimmt den beiden das auseinander gelebte Ehepaar ab, das langsam wieder zusammen findet.

Die DVD-Umsetzung von RIO GRANDE ist wahrlich als Katastrophe zu bezeichnen. Der Kontrast des Bildes ist viel zu steil, das Master weist jede Menge Verunreinigungen und Beschädigungen auf und die Sprache des deutschen Tons ist so laut abgemischt, dass Musik sowie Hintergrundgeräusche meist untergehen. Hinzu kommen oft noch sichtbare Artefakte der Kompression. Von allen drei Filmen gibt RIO GRANDE, zumindest technisch gesehen, eine absolut miese Vorstellung ab.

Wie bei den beiden Vorgängern findet man auch bei RIO GRANDE die obligatorischen Texttafeln. Ein Highlight ist allerdings die enthaltene ZDF-Dokumentation, die 1976 zu Waynes Geburtstag gemacht wurde. Der Duke kommt dabei selbst zu Wort, aber auch etliche Weggefährten und damals noch junge Regisseure, die vor allem vor der politischen Gesinnung des Stars Angst hatten. Zu ihrer Überraschung zeigt sich Wayne allerdings immer als ein großer Profi. Die kritischen Bemerkungen über die erzkonservative Gesinnung Waynes ergänzen das Bild, das die Dokumentation über ihn gibt, sehr gut.

RIO GRANDE hat von Kinowelt leider eine sehr bescheidene Umsetzung auf DVD bekommen, was der Klassiker eigentlich nicht verdient hat. Schaut man über den großen Teich auf die Region 1-Scheibe, so zeigt sich, wie man an einen solchen Film herangehen kann. Zumindest etwas restauriert wurde der Streifen und auch die Specials, wie der Audiokommentar von Maureen O’Hara oder das Making of, wären etwas für die deutsche Version gewesen. Doch leider hat es nichts davon nach Deutschland geschafft. Dies liegt auch an der Lage der Rechte für den Film. Allerdings etwas mehr Mühe hätte man sich geben können.

Die Kavallerie-Trilogie John Fords gibt es sowohl als Einzel-DVD als auch als drei DVD-Box. Obwohl diese mittlerweile recht günstig zu haben ist, rechtfertig es nicht wie lieblos man teilweise mit den drei Klassikern umgegangen ist.