Titel: Der Texaner

Originaltitel: The Outlaw Josey Wales

Regie: Clint Eastwood

Darsteller: Clint Eastwood, Chief Dan George, Sondra Locke, Bill McKinney, John Vernon, u. a.

Region: Region 2

Bildformat: 2.35 : 1 (anamorph)

Ton/Sprachen: Englisch (DD 5.1), Deutsch, Spanisch (Mono)

Special Features: Originaldokumentation, Making of, Vorwort von Clint Eastwood, Trailer

Das Leben von Josey Wales ist glücklich. Er bestellt eine kleines Stück Land, auf dem er mit seiner Familie lebt. Der Bürgerkrieg ist fern, doch eines Tages tritt er mit aller Gewalt in sein Leben. Eine Gruppe von Redlegs-Guerillas fällt über seine Farm her. Dabei werden seine Frau und sein Sohn getötet. Wales selbst wird schwer verletzt, kommt aber mit dem Leben davon. Getrieben von Rache schließt er sich einer vorbeiziehenden Guerilla-Einheit der Konföderierten an. Nach dem Ende des Krieges verweigert er den Eid auf die Verfassung der Vereinigten Staaten und gilt nun als Gesetzloser, der gnadenlos gejagt wird...

Schon vor über 30 Jahren war Clint Eastwood ein Regisseur, der machte was er wollte. Mitte der 70er Jahre galt der Western als tot. Keiner wäre auf die Idee gekommen einen solchen Genrefilm zu drehen, doch Eastwood setzte seinen Kopf durch. Schon die Romanvorlage hatte ihn fasziniert. So entschloss er sich, den Stoff mit seiner eigenen Firma zu produzieren. Als Regisseur war Philip Kaufmann vorgesehen, der sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigte. Doch schon kurz nach dem Beginn der Dreharbeiten kam es zu “kreativen Differenzen” zwischen Regisseur und Hauptdarsteller, so dass Eastwood selbst die Regie übernahm. THE OUTLAW JOSEY WALES erscheint auf den ersten Blick wie einer der klassischen Edelwestern, zeichnet allerdings einen schonungsloses Bild eines unmenschlichen Krieges. Die Wandlung vom einfachen Farmer zum eiskalten Killer gelingt Eastwood in einer beängstigenden Weise. Aber davon lebt die Atmosphäre des Films nicht allein. Der Darstellung eines schmutzigen Krieges, der nicht umsonst etwas an den Vietnamkonflikt erinnert, steht die gewissenhafte Zeichnung der amerikanischen Ureinwohner gegenüber. Eastwood lässt die Indianer nicht als blutrünstige Monster dastehen, sondern zeichnet sie als Menschen, die sie sind. Hinzu kommt eine straff inszenierte Geschichte, die Eastwood sehr glaubwürdig darstellt. So entsteht vor dem Auge des Betrachters ein richtiger Meisterwerk des Westerngenres.

Schon von ersten Minuten merkt man dem Film an, dass er liebevoll restauriert wurde. Das Bild gibt sich über weite Strecken keine Blöße. Die Schärfe ebenso zu beeindrucken wie der Kontrast. Auch die Farbgebung weiß zu gefallen. Beschädigungen am Master sind keine festzustellen. Insgesamt zeugt das Bild nicht davon, dass man es mit einem Film aus dem Jahr 1976 zu tun hat. Mancher neuer Film aus dem Hause Warner Home Video kann sich daran ein Beispiel nehmen.

Der deutsche Ton liegt in Mono vor und bietet keine großen Überraschungen. Beim Originalton sieht die Sache schon anders aus. Es ist immer strittig, ob man bei einem alten Film ein Upmix auf Dolby Digital 5.1 vornimmt. Bei DER TEXANER wird man überrascht. Die Soundeffekte sind akzentuiert gesetzt und die Dialoge sind ganz klar im Center zu lokalisieren. Jerry Fieldings hervorragender Soundtrack, der von ruhigen Tönen beherrscht wird, gibt dem ganzen Mix die nötige Tiefe. Man merkt schon, dass der Film jemanden am Herz gelegen haben muss, denn man hat sich richtig Mühe gegeben.

Die Extras sehen auf dem ersten Blick nicht sehr spektakulär aus. Den Anfang macht eine Promo-Featurette aus dem Jahr 1976, die einiges an Setaufnahmen zeigt. Viel Information biete sie nicht. Interessanter ist da schon die halbstündige Dokumentation HELL HATH NO FURY, in der auf die Entstehung des Films eingegangen wird. Neben Eastwood kommen auch einige der Darsteller zu Wort, die sich über die Zusammenarbeit mit dem Regisseur äußern. Der Meister selbst gibt Auskunft darüber, warum ihm der Film sehr am Herzen liegt sowie die Beweggründe der Verfilmung des Stoffes. Es wird viel an Informationen geboten, auch wenn stellenweise die übliche Beweihräucherung den Spaß etwas mindert. Ein Trailer beendet den Kreis der Extras.

Der Name Clint Eastwood verbürgt sich für sehr gute Qualität. DER TEXANER macht da keine Ausnahme. Nicht umsonst gilt er heute als einer der großen Klassiker des Genres und zählt mit UNFORGIVEN zu den großen Western, die der Regisseur Eastwood gemacht hat. Ein sehr sehenswerter Film, der eigentlich in keiner guten DVD-Sammlung fehlen darf.

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