Titel: Wyatt Earp

Originaltitel: Wyatt Earp

Regie: Lawrence Kasdan

Darsteller: Kevin Costner, Dennis Quaid, Gene Hackman, Jeff Fahey, Mark Harmon, Michael Madsen, Catherine O’Hara, Bill Pullman, Isabella Rossellini, Tom Sizemore, Jobeth Williams, Mare Winningham, u.a.

Region: Region 2

Bildformat: 2.40 : 1 (anamorph)

Ton/Sprachen: Deutsch, Spanisch (DD 2.0), Englisch (DD 5.1)

Special Features: Dokumentation, Making Of 11 Deleted Scenes, Trailer

Schon zu seinen Lebzeiten strickte WYATT EARP heftig an seiner eigenen Legende. Mittlerweile kennt fast jeder auf der Welt die Geschichte um den aufrechten Marshall, der die Clanton-Bande am O. K. Corral ihrer gerechten Strafe zuführt. Doch leider, wie so oft bei Legenden, wurde viel um die damaligen Ereignisse dazu gesponnen. Die Geschichte selbst erlebt in Hollywood mehrmals mehr oder weniger gelungene Verfilmungen. Zu den positiven Erscheinungen zählen dabei Filme wie FAUSTRECHT DER PRÄRIE von John Ford, ZWEI RECHNEN AB, DIE FÜNF GEÄCHTETEN (beide von John Sturges) und WYATT EARP von Lawrence Kasdan. Ursprünglich als TV-Miniserie geplant entwickelte sich das Projekt zu einem epischen Edelwestern im Stil von DER MIT DEM WOLF TANZT, der die Wiedergeburt des Genres in den 90ern eingeläutet hatte. Kasdans Filmbiografie bemüht sich stellenweise einige der wirklichen Fakten etwas näher zu bringen. So steht dann auch das Leben des Marshalls von Tombstone mehr im Vordergrund als das legendäre Duell. Dem Regisseur gelingt es dabei die Atmosphäre nahezu perfekt zu treffen, was auch durch viel Liebe zum Detail bewerkstelligt wird. Neben einem sehr guten Drehbuch bietet der Film außerdem noch eine bis in die Nebenrollen perfekt besetzte Darstellerriege, wie man sie heute kaum noch vereinigen könnte. Es fällt dabei auf, dass viele Schauspieler dabei sind, die bei anderen Kasdan-Projekten schon mit dem Regisseur zusammengearbeitet haben. Der Zuschauer bekommt in drei Stunden ein Epos geboten, das den alten Klassikern in Nichts nachsteht und unbedingt sehenswert ist.

Im Gegensatz zu der US-Version verzichtete Warner Home Video auf die Veröffentlichung einer Doppel-DVD. In Europa wurde der Film auf einer DVD-18 veröffentlicht, die genau den gleichen Inhalt bietet wie ihr amerikanisches Pendant. Eine der großen Überraschungen der DVD ist das nahezu makellose Bild. Zwar sind in einigen wenigen Szenen kleinere Beschädigungen des Master festzustellen, aber sowohl die Schärfe als auch das Farbverhalten kann begeistern. Am Anfang des Films ist ein leichter unruhiger Bildstand festzustellen, der allerdings nur ins Auge fällt, wenn man sehr genau hinschaut. Außerdem werde viele Details geboten und auch der Kontrast lässt nur wenig zu wünschen übrig. Der deutsche und der spanische Ton liegen leider nur in Dolby Digital 2.0 vor und unterscheiden sich deutlich von der englischen Spur. Diese, in Dolby Digital 5.1 abgemischt, überrascht mit einer großen Dynamik, die man von einem zehn Jahre alten Western eigentlich nicht erwarten könnte. Die Effektboxen bekommen einige zu tun, wenn es richtig zu Sache geht, was auch für den sehr guten Soundtrack von James Newton Howard gilt.

Die Extras befinden sich auf der zweiten Seite des Silberlings. Die Dokumentation It Happened This Way beleuchtet etwas die historischen Hintergründe und die Dreharbeiten. Leider wurde der Interviewmaterial aus Elementen des EPK zusammengeschnitten, was sehr schade ist. Neue Interviews wären sicherlich interessanter gewesen. Wyatt Earp: Walking With A Legend ist sozusagen dann die Werbung, aus der man einiges von dem Material des vorigen Programmteils herausgenommen hat. Tom Skerritt führt hier durch die etwas fade Doku. Interessanter sind dann schon die 11 Deleted Scenes, die eine erstaunlich gute Qualität besitzen. Das ist auch nicht verwunderliche, denn von WYATT EARP ist 1995 ein Director’s Cut von 212 Minuten Länge auf Laserdisc erschienen, aus dem dieses Material stammt. Ein anamorpher Trailer rundet die Extras ab.

WYATT EARP ist sicherlich eine Bereicherung für jede DVD-Sammlung. Zwar wäre es wünschenswert gewesen, wenn Warner Home Video den Director’s Cut veröffentlicht hätte, aber auch die Kinofassung bietet nicht nur für Western-Fans einiges. Die Extras sind zwar etwas spärlich ausgefallen, aber dafür bietet Warner den Film auch zu seinem etwas günstigeren Backprogramm-Preis an. Sehr kaufenswert.

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